Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Landesliga: FG 08 Mutterstadt gewinnt Derby gegen LSC

Früher beim LSC: Mutterstadts Dennis Klein (links) verfolgt hier LSC-Außenspieler Dario Passeri.
Früher beim LSC: Mutterstadts Dennis Klein (links) verfolgt hier LSC-Außenspieler Dario Passeri.

Der Ludwigshafener SC und die FG 08 Mutterstadt sind gemeinsam in die Landesliga Ost aufgestiegen. Doch der Kaderzuschnitt unterscheidet sich gewaltig. Das Derby gewannen die Mutterstadter 2:1 (2:1).

So richtig zufrieden war nach dem Abpfiff keiner. Der LSC hatte zwar eine ordentliche Vorstellung abgeliefert, hatte mehr Spielanteile und sich ein Chancenplus erarbeitet, stand aber am Ende wie bislang fast immer in dieser Saison mit leeren Händen da. Mutterstadt sackte die drei Punkte ein, ließ aber viele Wünsche offen. Der obligatorische Gesang, der vom „Derbysieger“ kündet, klang dementsprechend auch etwas müde und verhalten. FG-Innenverteidiger Dennis Klein, vor wenigen Monaten noch mit den Gastgebern Meister geworden, brachte die 90 Minuten in zwei Sätzen treffend auf den Punkt: „Drei Punkte, Mund abputzen. In ein paar Tagen fragt keiner mehr, wie der Sieg zustande gekommen ist.“

Die Platzherren mussten und müssen noch immer einen gewaltigen Umbruch verkraften. In der Startformation stand außer Kapitän Peter Hildebrandt keiner, der in der vorigen Runde den Titel geholt hatte. Dafür waren von den 15 eingesetzten Akteuren zehn 21 Jahre alt oder jünger. Die Youngster haben Potenzial, sind aber logischerweise noch in der Lernphase. „Es war ein guter Auftritt, wir waren stärker. Aber wir müssen unsere Angriffe besser ausspielen, energischer das Tor machen wollen“, kritisierte ein enttäuschter LSC-Spielertrainer Yanick Haag (29) – der einzige LSC-Akteur, der beim Anpfiff auf dem Platz stand und älter ist als 25.

LSC fehlt die Effektivität

Dass der LSC gute Fußballer in den Reihen hat, wurde in der Pause sichtbar, als die Gäste noch nicht auf dem Feld waren und sich die Einheimischen mit Ball bewegten. Die eine Minute, in der Ayoub Alami und Benoit Hiobi den Ball mit Kopf, Brust, Fuß, Hacke und Oberschenkel gekonnt in der Luft hielten, war beeindruckend. Dass dies keine brotlose Kunst ist, zeigte sich beim Tor zum 1:1, das der technisch starke und talentierte Alami (19) abgeklärt erzielte. Außerdem stellten die Außen Dario Passeri (18) und vor allem Luca-Joel Kasperczyk (18) die FG-Deckung besonders in der ersten Hälfte vor Probleme. Mit zunehmendem Alter werden die beiden auch effektiver.

„Diese Partie muss man nicht verlieren. Wir bekommen zu einfache Gegentore und vergeben klare Chancen“, monierte Hildebrandt. Die Gegentore am Sonntag kann man aber auch in andere Kategorien einordnen. Der von Fabio Reithermann verwandelte Foulelfmeter war eindeutig der Cleverness und Erfahrung des beweglicher gewordenen David Gerner (32) geschuldet, der zwischen zwei LSC-Verteidigern den Körperkontakt und das Foul provozierte. Vor 13 oder 14 Jahren wäre ihm dies so sicher nicht gelungen. Das Siegtor war toll herausgespielt und die beste Aktion der routinierten Mutterstadter im gesamten Spiel. Die maßgerechte Flanke von Kapitän Luca Stoye veredelte Lucas Franzreb mit einem sehenswerten Kopfball kurz vor der Pause.

„Wir haben nicht zu unserem Spiel gefunden. Auch die Führung nach 13 Minuten hat uns keinen Auftrieb gegeben. Ich hätte mir gewünscht, dass wir dominanter auftreten, stattdessen haben wir den Gegner stark gemacht“, resümierte Mutterstadts Spielertrainer Kevin Selzer. Der Coach ist wegen seines Handbruchs wohl noch etliche Wochen nicht einsatzfähig. Dennis Klein, rechtes Glied der Dreierkette, die die FG ins Repertoire aufgenommen hat, sah es ähnlich. „Es war schwieriger als gedacht. Wir hatten das Pokalspiel am Mittwoch in den Knochen. Es gibt ganz klar noch Luft nach oben“, verdeutlichte der 31-jährige Innenverteidiger. Ein besonderes Spiel sei das Duell gegen den Ex-Klub nicht gewesen. „Es ist ja fast keiner mehr da“, erklärte Klein.

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