Fußball Landesliga: Die FG 08 Mutterstadt findet zurück in die Spur

Mutterstadts Tom Schlegel (rechts) im Duell mit Sven Hoffmann (unten), dahinter Philipp Schwind vom FSV Schifferstadt.
Mutterstadts Tom Schlegel (rechts) im Duell mit Sven Hoffmann (unten), dahinter Philipp Schwind vom FSV Schifferstadt.

Die FG 08 Mutterstadt hat gegen die TSG Pfeddersheim ein verloren geglaubtes Spiel gedreht. Warum das Team trotz Umbruch in der Landesliga Fuß gefasst hat.

Es gibt Spiele, da weiß man schon wenige Wochen später kaum noch das Ergebnis, von Torschützen und Spielverläufen ganz zu schweigen. Und dann gibt es Partien, an die erinnert man sich noch lange, mitunter sogar jahrelang. Zur zweiten Kategorie zählt sicher die Landesliga-Begegnung zwischen der FG 08 Mutterstadt und der TSG Pfeddersheim am vergangenen Sonntag. Nach 37 Minuten lag die FG 0:3 zurück, das Spiel schien entschieden. Doch am Ende triumphierten die Schwarz-Weißen mit 4:3 und fuhren drei fast schon verlorene oder zumindest kaum noch erwartete Punkte ein.

„Es war Wahnsinn. Wir haben zwei brutale Fehler gemacht, die zu Gegentoren geführt haben“, blickt FG-Trainer Marco Malizia zurück. Fehler, die Pfeddersheim, eine Mannschaft, die eine höhere Qualität habe, als es der Tabellenplatz aussage, eiskalt genutzt habe. Das Zwischenergebnis von 0:3 habe der Spielverlauf eigentlich gar nicht hergegeben. Das 1:3 von Besart Hyseni sei ein Signal an das Team gewesen. „Da ging plötzlich ein Ruck durch das Team, was sich wenig später nach Dennis Kleins Anschlusstreffer noch verstärkt hat“, analysiert der Coach. Und spätestens nach der Roten Karte für Gästetorwart Leon Guth wegen einer „Notbremse“ habe jeder an eine Wende geglaubt.

Schonungslose Analyse

In der Pause seien die Fehler klar angesprochen worden, die Mannschaft sei positiv aus der Kabine gekommen. Tatsächlich drehten erneut Besart Hyseni mit direkt verwandelter Ecke und Bleard Zeqiraj die Begegnung, obwohl Mutterstadt wegen Zeitstrafen zweimal für zehn Minuten den numerischen Vorteil hergab. „Die Jungs haben den nächsten Schritt gemacht und aus der Vergangenheit gelernt“, sagt Malizia und meint damit die Partie Anfang Oktober in Fußgönheim. Da gab es bereits nach neun Minuten eine frühe Rote Karte für einen Gegner und die FG führte 1:0. Doch dieser vermeintliche Vorteil verkehrte sich ins Gegenteil. Trotz Unterzahl drehten die Fußgönheimer das Spiel und gewannen 3:2.

Schon jetzt kann man sagen, dass die Mutterstadter den großen Umbruch vor der Saison, als unter anderem viele langjährige Stützen wie Kevin Selzer, Tim Neumeister, Luca Stoye, Christian Pereira oder David Gerner den Verein verließen, prima kompensiert haben. Der mancherorts befürchtete Einbruch blieb aus. Vor einem Jahr belegte die FG mit 22 Punkten Rang neun, jetzt sind es 23 Zähler und ebenfalls Platz neun. „Das Team harmoniert, auch außerhalb des Platzes, wie ein Mannschaftsabend auf der Bowlingbahn zeigt. Das zeichnet uns aus“, freut sich der Übungsleiter. Gutes Miteinander war schon immer ein Pluspunkt der Mutterstadter.

Wieder in der Spur

Nach der schwarzen Serie von sechs Niederlagen in sieben Spielen im September und Oktober ist Mutterstadt längst wieder in der Spur. Zuletzt gab es aus vier Begegnungen zehn Punkte bei 17 erzielten Treffern. Es hätten locker sogar zwölf Zähler sein können, denn Büchelberg glich in letzter Minute aus. „Wir haben an ein paar Stellschrauben gedreht, haben inzwischen eine bessere Strafraumbesetzung und schalten deutlich schneller um“, nennt Malizia zwei der offensichtlichsten Verbesserungen. Auch das System wird immer mal wieder modifiziert, sodass sich die Gegner schlechter auf die Nullachter einstellen können.

In die Schlagzeilen hat sich der linke Schienenspieler Mehmet Yaman (22), der vom LSC gekommen war, geschossen. Im Spiel beim FSV Schifferstadt (5:1) verwandelte er drei Freistöße direkt und eine Woche später legte er beim 6:2 gegen Ingelheim einen Doppelpack aus dem Spiel heraus nach. Seine ersten Tore. „Mehmet hat sich anfangs auf die Defensive beschränkt, traut sich jetzt mehr zu“, hat Malizia erkannt. Er sei ein guter Linksfuß und habe eine beachtliche Weiterentwicklung erkennen lassen. „Dass jemand in einem Spiel drei Freistoßtore erzielt, habe ich noch nie erlebt“, staunt der Coach. Für Yamans Position gibt es aber in Andrei-Darius Visan einen A-Juniorenspieler, der im Training einen guten Eindruck hinterließ und schon ein paar Minuten Landesligaluft geschnuppert hat.

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