Ludwigshafen Labor auf dem Spielplatz

Die kleinen Forscher zusammen mit „ihren“ BASF-Azubis.
Die kleinen Forscher zusammen mit »ihren« BASF-Azubis.

«Nord.» Pipettieren, mörsern und filtern: Wie im Labor ist es am Samstagvormittag auf dem Spielplatz der Kindertagesstätte Kanalstraße zugegangen. Beim „Forscherfest“ wurde das Projekt „Mit Neugier und Pipette“ abgeschlossen, das die Kita zusammen mit Auszubildenden der BASF verwirklichte.

An diesem sonnigen Vormittag interessiert sich keins der Kinder für die Rutsche oder die Schaukel auf dem Spielplatz. Alle drängen sich um die Tische, an denen experimentiert werden kann. Mit kleinen Hämmerchen, Mörsern und viel Geschick zertrümmern die kleinen Forscher bunte Straßenkreide, die sie anschließend in ein paar Zwischenschritten zu Malfarben verarbeiten. „Die Kinder lernen so ganz einfache naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen“, erklärt Ingmar Saßmann, Mitarbeiter der BASF und Mitorganisator des Projekts „Mit Neugier und Pipette“. Bei den Experimenten werde die Neugierde der Kleinen geweckt. Die Erkenntnis, etwas in seine Bestandteile zu zerlegen und wieder neu aufbauen zu können, werde von den Kindern auch mit nach Hause genommen und in andere Kontexte gesetzt. Genau das sei auch das Ziel. „Wir wollen den Forschergeist der Kinder wecken“, sagt Saßmann. Dass das funktioniert, kann Sandra Ullrich, stellvertretende Leiterin der Kita, bestätigen: „Plötzlich wird auch mit anderen Gegenständen außerhalb des Projekts experimentiert. Da sieht man dann, dass die Neugier geweckt wurde.“ In den vergangenen zwei Monaten haben sich die BASF-Azubis insgesamt sechs Mal mit einer Gruppe von zwölf Kindern aus der Kita Kanalstraße getroffen. Nach dem ersten Termin, bei dem es ums Kennenlernen ging, wurde an jedem weiteren Projekttag ein neues Experiment ausprobiert. „Anfangs waren die Kinder etwas zurückhaltend, weil auf einmal sechs junge Männer vor Ihnen standen. Das ist ein Unterschied zu den Erzieherinnen, die sie gewohnt sind“, erzählt Maria Teixeira Da Mota, pädagogische Mitarbeiterin in der Kita. Aber je öfter die Jungs gekommen seien desto begeisterter hätten sich auch die Kinder auf sie gefreut. Mit den zukünftigen Chemikanten der BASF wurde nämlich nicht nur experimentiert, sondern auch viel gespielt. „Das ist so gewollt“, erklärt Saßmann. Die Auszubildenden hätten dadurch die Chance, soziale Fähigkeiten zu erwerben. Das sei eine gute Abwechslung zum Laboralltag: „Es ist ein Projekt, an dem alle Beteiligten wachsen.“ Zum Abschluss des Projekts wurden auf dem „Forscherfest“ sowohl die Azubis als auch die Kinder mit Medaillen und Urkunden ausgezeichnet: die einen für ihr freiwilliges Engagement, die anderen für das neu erworbene Wissen. Ein endgültiger Abschluss ist das Fest aber nicht. „Die Utensilien bleiben in der Kita und wir werden das Experimentieren in den Gruppen-Alltag einfließen lassen“, berichtet Sandra Ullrich. Das Projekt „Mit Neugier und Pipette“ findet jedes Jahr in zehn Kindertagesstätten in Ludwigshafen und Umgebung statt, die sich im Vorfeld dafür bewerben können.

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