Ludwigshafen
Kurz, aber schön: Das war der Ludwigshafener Fasnachtsumzug (mit Bildergalerie)
Fröhliche Garden, lachende Elferräte, strahlende Organisatoren und vor allem glückliche Kinder am Straßenrand – das Fazit nach dem 71. gemeinsamen Fasnachtsumzug der Schwesterstädte Ludwigshafen und Mannheim fiel unterm Strich positiv aus. Rund zweieinhalb Stunden nach dem Start an der Wittelsbachstraße waren alle 69 Programmpunkte im Ziel. Aber nur 36.000 Zuschauer registrierte die Ludwigshafener Kongress- und Marketinggesellschaft (Lukom) bei dem Spektakel. Zwischen 40.000 und 60.000 Gäste hatten die Lukom und die Stadtverwaltung erwartet.
Gerade die Gäste aus Mannheim rieben sich verwundert die Augen: „Ist das da oben die Sonne? Sind wir wirklich in Ludwigshafen?“ – so wie dem ehemaligen Stadtprinzen Oliver Althausen, heute Organisator bei Mannheims größter Karnevalsgesellschaft Feuerio, ging es einigen Teilnehmern im Mannheimer Zugteil. Schließlich gehört das schlechte Wetter bei den linksrheinischen Umzügen beinahe so sehr zur Folklore wie Kostüme, Konfetti und gute Laune.
Sicherheitskonzept geht auf
Diesmal schlängelte sich der Lindwurm einmal mehr durch Ludwigshafen. Wobei „schlängeln“ die nahezu kerzengerade knapp zwei Kilometer lange Strecke von der Rheinallee bis zum Platz der deutschen Einheit nicht ganz korrekt beschreibt. Immerhin: „Keine besonderen Vorkommnisse“ lautete das Fazit der Organisatoren, was klar für das gewählte Sicherheitskonzept spricht.
Vielleicht lag das trockene Wetter ja an Ludwigshafens neuem Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU), der nicht nur die meisten Teilnehmer persönlich begrüßte, sondern den Zug selbst auf dem Wagen der KG Farweschlucker anführte. „Es ist trocken, und die Stimmung ist super“, sagte Blettner. „Das Wetter spielt mit, alle zugesagten Nummern sind da. Es wird großartig“, freute sich Lukom-Chef Christoph Keimes.
Publikum abgeschnitten
Schon vor dem Start drängelten sich Besucher dort, wo sich die Teilnehmer eigentlich nur formieren sollten. Und das aus gutem Grund. „Hier hat man mehr Kontakt“, erklärte Heike Unfricht vom Corps der Stadtgarde. „Auf der Strecke ist das bei dem breiten Korridor schwieriger.“ Die Besucher kommen nicht nah an die Umzugswagen, aber dafür müssen auch die Fußgarden Bonbons und Wurfmaterial bis über die Absperrung werfen. „Das ist für unsere jüngsten Garden gar nicht so einfach“, so Unfricht.
Christoph Heller hatte diese Probleme nicht. Zum einen hatte der Präsident des Großen Rates auf seinem Motivwagen, mit dem er die Baustellensituation in der Stadt aufs Korn nahm, als Handwerker einen starken Wurfarm, zum anderen zündete ein Stimmungsfeuerwerk.
Absperrungen und Begleitpersonal
Für die Mondglotzer blickte der zweite Vorsitzende Thomas Reitz auf eine bislang gelungene Kampagne zurück. Mit rund 80 Aktiven stellten die Maudacher, gemeinsam mit den Munnemer Göckeln, eine der größten Zugnummern. Warmgelaufen hatten sich die Mondglotzer schon tags zuvor in Frankenthal. „Wir freuen uns einfach, dass es hier wieder losgeht.“ Er sah aber auch einen Schwachpunkt. „Die komplette Strecke ist so abgesperrt, dass man nicht an den Zug kommt. Trotzdem ist für alle Fahrzeuge Begleitpersonal vorgeschrieben.“ Möglicherweise ein Punkt für die Nachbesprechung.
„Es war eine geile Kampagne“, bilanzierte Andreas Mack von den Munnemer Göckeln. Mit Hausfrauenkongress, Akademie und jetzt dem großen Umzug hatten die als Wikinger ausstaffierten Göckel viele Höhepunkte. Und auch Oliver Koob von den Ruchemer Schlosshoggern strahlte. „Die Kampagne war kurz, aber schön.“
Eine Schlägerei
Die Polizei zog nach dem Ende des Umzugs ein positives Fazit: Die Zuschauer hätten friedlich gefeiert. Lediglich sechs Personen sei ein Platzverweis erteilt worden. Nur eine Schlägerei wurde registriert, bei der ein 49-Jähriger mit einem Schlagring verletzt wurde.
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