Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kunterbunte Klangmischung: Denis auf der Sommerbühne der Alten Feuerwache

Indie-Pop-Melange: Denis sorgte für loungiges Sommerflair.
Indie-Pop-Melange: Denis sorgte für loungiges Sommerflair.

„Sitzt, wackelt, hat Luft“ lautet das Motto der diesjährigen Sommerbühne der Alten Feuerwache. Es enthält das neue pandemiekonforme Konzept. Mit seiner Indie-Pop-Melange hat der in Heidelberg geborene Sänger und Songschreiber Denis für loungiges Sommerflair gesorgt. Das entspannte Miteinander von vorbildlichem Veranstalter und respektvollem Publikum bewies zudem, dass Kultur selbst in der momentanen Lage möglich ist.

Zugegeben, wer die Sommerbühne seit Jahren kannte und schätzte, hatte schon ein mulmiges Gefühl, wie ein solch offenes und ungezwungenes Konzert in den reglementierten Corona-Zeiten funktionieren könnte. Die Antwort vorab: Es funktioniert. Ja, es fühlt sich anders an, doch das gut durchdachte Konzept der Veranstalter und die sichtbare Anerkennung durch das Publikum verbreiteten zusammen eine ausgesprochene Wohlfühlstimmung. Das frühere Sommerbühnen-Flair des ungezwungenen Kommens und Gehens ist einer urban-gechillten Club-Lounge-Atmosphäre gewichen, in die sich der Indie-Pop des Wahl-Kölners Denis harmonisch einfügte.

Als Begleiter hat Denis den aus Neustadt an der Weinstraße stammenden, jetzt ebenfalls in Köln lebenden Musiker Lukas Schäfer mitgebracht, den Hüter über Drum-Machine und Loop-Station. Entsprechend spacig entwickelten sich bisweilen die Texturen aus Achtziger-Elementen, Brit Pop und Electronica. Auch Denis’ musikalische Initialzündung Falco spiegelte sich in exaltierten Sprechgesang-Exkursen wider. Mal eingängig-melodiös, dann wieder schroff und kantig kumuliert die kunterbunte Soundmischung auch schon mal in einem Gipfeltreffen der ungewöhnlichen Art, wenn sich gefühlt Lady Gaga und die Eurythmics samt Deutsch-Rap-Begleitung bei dem Titel „Pokerface“ , in dem es um Steuerhinterziehung geht, zu einem imaginären Stelldichein auf der Bühne begegnen.

Musikalisch versprühte der Abend einigen Retro-Charme. Thematisch ging es zunächst mit dem Erstlingswerk „World Wide Love“ in Sachen grenzenlose Liebe rund um den Globus, bevor das Duo mit neuem Material aus der im Herbst erscheinenden EP „Space Songs“ ins Weltall strebte mit Titeln wie „Space Junk“. Dass die Setlist noch aus Vor-Corona-Zeiten stammte, bemerkte der Sänger bei der Titelankündigung von „Dear Alice“: „Eigentlich steht hier ,Ins Publikum gehen’. Das lassen wir mal“, schmunzelte er. Trotz der Einschränkungen genoss das Publikum sichtlich die Magie der Musik.

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