Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kunst trifft Kosmos: Messe AiD Art M mit Shootingstars und Sternenstaub

Der gebürtige Neustadter Dominik Schmitt – hier sein „ufo affe tod“ (2026) – ist auch auf der AiD Art vertreten.
Der gebürtige Neustadter Dominik Schmitt – hier sein »ufo affe tod« (2026) – ist auch auf der AiD Art vertreten.

Eine Messe, die erst seit zwei Jahren existiert, lockt Shooting-Stars an, denkt über Wissenschaft und Medition nach: Die gemeinnützige AiD Art M startet in den Quadraten.

Obwohl erst 2024 ins Leben gerufen, ziehen Vater Ralf und Tochter Hannah Moser gemeinsam mit Thomas Hoffmann und Kollegen von der Overhead Gallery (Münster) mit der AiD Art M namhafte Künstlerinnen und Künstler aus nah und fern an. Zur jüngeren Generation zählen der Maler und Videokünstler Dominik Schmitt, gebürtiger Neustadter mit Atelier in Landau, die Berliner Malerin Rubica von Streng, die in Karlsruhe studiert hat, und die Fotografin Hannah Moser. Und mit dem Maler Bahram Hajou ist auch ein Star der internationalen Kunstszene dabei.

Unter den mehr als 20 ausstellenden Künstler(innen) finden sich mit Dominik Schmitt und Rubica von Streng zwei Shootingstars, die sich in ihrem Gemälden insbesondere mit der Natur und mit naturwissenschaftlichen Phänomenen auseinandersetzen. Schmitt richtet seinen Blick dabei nicht zuletzt auf die Tier- und Pflanzenwelt sowie seinen eigenen Körper. Rubica von Strengs Interesse gilt Erscheinungen im Weltall.

Meditativer Raum für Reflexion

Der zweite Schwerpunkt der Messe ist „meditative Kunst als unmittelbare Erfahrung“. Die Kollegen von der Overhead Gallery bringen diese Dimension auf den Begriff „Zen 42“ und widmen ihm das Wochenende 20./21. Juni mit Führungen und Künstlergesprächen – von Björn Ruppert über Bettina Hachmann, Isabell Faragallah, Wolf Münninghoff bis zu Manfred Binzer. „So entsteht ein Raum für Wahrnehmung, Reflexion und innere Orientierung, der nicht vereinheitlicht, sondern stärkt: die Freiheit des Einzelnen im gemeinsamen Kontext“, heißt es auf der Webseite zur AiD Art M dazu. Eine Besonderheit der Messe ist ihre Gemeinnützigkeit. Den Erlös verwenden die Veranstalter zur Förderung junger Künstler; ein Teil fließt direkt an Ateliers im Delta und soll ein nachhaltiges Kunstökosystem etablieren.

Lebenskunst und tausende Dinge beim Symposium

Ein Höhepunkt bedeutet für die Organisatoren das Symposium „Art meets Science“, also „Kunst trifft Wissenschaft“, am Sonntag, 14. Juni, ab 11 Uhr. Auf dieses Thema stimmt Gerhard Kilger die Besucher am Sonntag, 7. Juni, 14 Uhr, mit einem Eröffnungsimpuls ein. Als promovierter Physiker, freier Künstler und früherer Oberkonservator am Mannheimer Landesmuseum für Technik und Arbeit (heute Technoseum) personifiziert er die Begegnung und den Austausch von Kunst und Wissenschaft. Beim Symposium geht es um diese Aspekte: „Die Architektur der 10.000 Dinge des DAO“ (11 Uhr), „Kosmologie und Ordnung“ (11.20 Uhr), „Interdisziplinäre Praxis“ (14 Uhr), „Kunst als Erkenntnispraxis“ (15.15 Uhr) und „Metakunst und Lebenskunst“ (16.30 Uhr). An der Veranstaltung beteiligt sich unter anderem der Kölner Medienkünstler Harald Fuchs. Naturwissenschaftliche Experimente und Erkenntnisse begegnen in seinen Werken den Traditionen und Ritualen ursprünglicher Gemeinschaften. Fachlichen Input geben zudem Gerhard Kilger und der Pfälzer Bildhauer Paul Hirsch, der in Philosophie zu kunsttheoretischen Fragen promoviert hat. Hirsch gehört der Künstlergruppe „groupV“ an, die sich die „Verschmelzung von Virtualität und Wirklichkeit“ zum Ziel gesetzt hat.

Die Ausstellung

Kunstmesse AiD ART M von 7. Juni bis 4. Juli im Raum S4,17 in Mannheim (ehemalige Stadtgalerie); Eröffnung am Samstag, 6. Juni, 13 Uhr, Grußworte ab 14 Uhr. Öffnungszeiten freitags und samstags von 15 bis 20 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Eintritt ist frei, aber fürs Symposium „Art meets Science“ am 14. Juni muss man sich mit einem kostenlosen Ticket über https://aid-kb.org/tickets/ anmelden. Weitere Infos im Netz.

x