Ludwigshafen Kritik an Zahlungsmoral

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„Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten war 2014 ein gutes Jahr für das Dienstleistungszentrum Handwerk.“ Das sagte Hauptgeschäftsführer Rainer Lunk bei der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft in Ludwigshafen. Dienstleistungszentrum und Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz hätten gute Zukunftsperspektiven.

Allerdings gab es auch im mehrheitlich guten Geschäftsjahr einige negative Seiten. Zum Beispiel wurden Handwerksbetriebe laut Lunk von ihren Auftraggebern als Kreditinstitute missbraucht. „Es ist ein Trugschluss, dass sich mit einer guten Konjunkturlage auch die Zahlungsmoral verbessert“, haderte er in seinem Geschäftsbericht. Auf Rechnungen von über 600.000 Euro mussten die Betriebe warten. „Das waren 492 Fälle, 4920 Schriftstücke, 238 Mahn- und 187 Vollstreckungsbescheide“, zählte der Hauptgeschäftsführer auf. Der Rückgang um 0,98 Prozent auf 4042 Aufträge sei hingegen vergleichsweise moderat ausgefallen. Gegenwirken könne und wolle man nicht. „Durch unsere gezielte Akquise ist der Brunnen praktisch leer geschöpft“, so Lunk. Und an der Vielzahl von Existenzgründungen nach dem Wegfall der Meisterpflicht in einigen Berufsgruppen wolle man sich nicht bedienen. „In der Regel übersteht von denen nicht einmal die Hälfte das erste Jahr der Selbstständigkeit.“ Viel mehr Sorge bereitet ihm der Negativtrend bei den Auszubildenden, auch wenn die Kreishandwerkerschaft vergangenes Jahr 53 Gesellen- und Zwischenprüfungen mit 951 Teilnehmern organisiert hatte. „Das waren 59 Teilnehmer weniger, als im Vorjahr.“ Mit dem Projekt „Zukunftsoption Fachkraft“ steuere das Dienstleistungszentrum mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds gegen. 200 Betriebe sollten dafür in Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer und im Rhein-Pfalz-Kreis beraten werden, „211 Unternehmen haben wir geschafft“, freute sich Lunk. Auch das Modell der Kooperationspartner, für das die Kreishandwerkerschaft Rahmenverträge abgeschlossen habe, sei erfolgreich für alle Seiten. „Mit einer gezielten Nutzung aller Optionen kann der Mitgliedsbeitrag des Betriebs zur Kreishandwerkerschaft zumindest neutralisiert werden“, warb der Hauptgeschäftsführer. Auch deshalb wollen Dienstleistungszentrum und Kreishandwerkerschaft den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen. (env)

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