Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Kritik an künftiger Fassadenfront des „Haus der Stadtgeschichte“

An bunt übereinander gestapelte Container soll das Äußere des künftigen „Haus der Stadtgeschichte“ erinnern.
An bunt übereinander gestapelte Container soll das Äußere des künftigen »Haus der Stadtgeschichte« erinnern.

2025 sollen Stadtarchiv und Stadtmuseum in die zum „Haus der Stadtgeschichte“ umgebaute Rhenus-Lagerhalle im Luitpoldhafen einziehen. Wie das „Haus“ künftig aussehen soll und was das Museum plant, wurde im Kulturausschuss besprochen. An der Gestaltung störten sich jedoch einige Politikerinnen.

Das „Haus der Stadtgeschichte“ sollte noch in diesem Jahr eröffnet werden – zumindest war von diesem Termin noch 2023 die Rede. Bei einer Vorstellung der Planung Anfang April im Ortsbeirat Süd hatte Josef Reindl, der Geschäftsführer der landeseigenen Hafenbetriebe, die Fertigstellung dann für Ende 2024 in Aussicht gestellt, diesen Termin aber schon damals als „sehr knapp“ bezeichnet. Die Rhenus-Halle befindet sich im Besitz der Hafenbetriebe und wird auf ihre Kosten umgebaut. Für das fertige „Haus der Stadtgeschichte“ schließen die Hafenbetriebe dann mit der Stadt einen auf 20 Jahre terminierten Mietvertrag. Das zuvor im abbruchreifen Rathauscenter untergebrachte Stadtmuseum und das aus allen Nähten platzende Stadtarchiv sollen in der Halle ihr neues Domizil finden.

Multifunktionssaal bis zum Wickelraum

Ein noch bestehender Anbau an das Gebäude werde abgerissen, führte der Projektleiter der Hafenbetriebe Michael Kaufmann anhand von Fotos und Computersimulationen aus. Die neue, zur Rheinpromenade schauende Hausfront wird aus bunten, an Containerstapel erinnernde Streifen bestehen und die Aufschrift „Haus der Geschichte“ tragen. Im Erdgeschoss, führte Kaufmann aus, werden das Foyer, ein großzügiger Multifunktionssaal sowie kleinere Tagungsräume entstehen. Im ersten Obergeschoss zieht das Stadtarchiv, im zweiten Obergeschoss das Stadtmuseum ein. Im Untergeschoss sind ein Raum für die Museumspädagogik sowie Toiletten und ein Wickelraum vorgesehen.

„Architektonisch eintönig“

Über die voraussichtlichen Baukosten sagte Kaufmann nichts, und die Mitglieder des Ausschusses fragten auch nicht danach. Eleonore Hefner (SPD) wandte aber ein, dass sie die Erhaltung der alten Fassade bei einem „Haus der Stadtgeschichte“ erwartet hätte. „So ist es architektonisch recht eintönig“, meinte sie. „Es könnte überall stehen und sagt nichts über Ludwigshafen aus.“ Auch Marion Schneid (CDU) hätte von dem alten Mauerwerk wenigstens ein Stück gern erhalten gesehen und hoffte darüber hinaus, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Kaufmann nannte die Gestaltung nicht nur „zum großen Teil eine Geschmacksfrage“. Er verwies darüber hinaus auch auf die Notwendigkeit der Wärmedämmung und die Bemühung, die Betriebskosten für die Stadt möglichst gering zu halten.

Viel Platz fürs Archiv

Im Inneren, ergänzte Stefan Mörz, Leiter des Stadtarchivs, sollen nach den Planungen die Klinker an vielen Stellen sichtbar bleiben. Dass das Stadtarchiv trotz voraussichtlich geringerer Besucherfrequenz im ersten Obergeschoss einziehe, erklärte Kaufmann auf Nachfrage Raik Drehers vom Grünen Forum/Piraten mit der niedrigeren Deckenhöhe, die dem Stadtmuseum bei einigen seiner Objekte Probleme bereiten würde.

Stefan Mörz zeigte sich für das Stadtarchiv mit der Aussicht auf eine Fläche von 3300 Quadratmetern sehr zufrieden. Es habe rund 14 Kilometer Archivalien unterzubringen, sagte er, und habe schon seit vielen Jahren viel zu wenig Platz. Das Gebäude in der Rottstraße sei fast 70 Jahre alt, die Elektrik völlig veraltet, die Fenster nur einfach verglast und der als Lagerplatz unverzichtbare Keller vor Hochwasser nicht geschützt.

Neue Präsentation der Dauerausstellung

Ebenfalls hochzufrieden äußerte sich die Leiterin des Stadtmuseums, Regina Heilmann. Das Museum sei während seines über hundertjährigen Bestehens immer provisorisch untergebracht gewesen, sagte sie. Auf den etwa 1100 Quadratmetern im künftigen „Haus der Stadtgeschichte“ will sie die Dauerausstellung nicht mehr thematisch, sondern chronologisch präsentieren. Austauschbare Module sollen dynamische Möglichkeiten der raschen Veränderung eröffnen; als übergreifendes Thema schwebt ihr Demokratiebildung und -entwicklung vor. Interaktive Elemente sollen die Ausstellung auflockern, wie die Leiterin überhaupt vorhat, das Stadtmuseum im künftigen „Haus der Stadtgeschichte“ noch stärker als bisher Vereinen, Initiativen und Bürgern zu öffnen.

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