Ludwigshafen Krise beim TB Oppau
«LUDWIGSHAFEN.»Es kriselt in der Faustball-Abteilung des TB 1889 Oppau. Zweitliga-Trainer Matthias Bog möchte nach der am vergangenen Wochenende ernüchternd zu Ende gegangenen Feldrunde ein Krisengespräch mit seinen Spielern führen. Sollte es dort nicht zu einer einheitlichen Lösung kommen, würde er sein Traineramt bei den Männern zur Verfügung stellen. Dies könnte das Ende für den Faustball in Oppau bedeuten.
Es gibt bei jedem Menschen einen Punkt, an dem das Maß überschritten ist. Bei Matthias Bog war es am vergangenen Wochenende soweit. Einen Tag nach dem Saisonende der Feldrunde beim TV Weisel war der Übungsleiter gefrustet. „Ich werde in knapp zwei Wochen mit meinen Jungs ein Krisengespräch über diese Saison führen“, kündigte Bog an. Gründe dafür gibt es mehrere. Die Runde war eine „Seuchensaison“. Viele Spieler waren verletzt oder fehlten. Nur 14 Punkte und Tabellenplatz sechs sprangen für den TBO in der Weststaffel beim sonst so ambitionierten Team heraus. Bog wurmte die lasche Einstellung einiger Spieler. „Es kann nicht sein, dass ich für eigentlich nur fünf benötigte Feldspieler insgesamt 12, 13 einsetzen muss, um den Spielbetrieb in der Saison überhaupt aufrecht zu erhalten“, schnaubte Bog. Soll heißen: Hätte sich der Übungsleiter in der abgelaufenen Runde nicht aus dem – im Gegensatz zu anderen Zweitligisten – gut gefüllten Nachwuchs bedienen können, wäre die Saison für die Oppauer vorzeitig beendet gewesen. „Der Plan für unsere Feldrunde steht schon seit Oktober 2017. Da kann ich doch gerade von den Spielern erwarten, die den Anspruch haben, vorne mitzuspielen, ihren privaten Terminkalender entsprechend zu legen. Zumal der August, September und Oktober spielfrei sind. Wenn man dann aber vier von acht Spieltagen fehlt, habe ich kein Verständnis dafür“, schimpfte Bog, stellte gleichzeitig aber auch klar: „Wer wegen Krankheit oder beruflich ausfällt, ist davon entschuldigt.“ Bog, Fahrlehrer von Beruf, legt sich seine Verpflichtungen an den Spieltagen laut eigener Aussage auch immer so, dass er bei den Partien anwesend sein kann. Deswegen ist für den 34-Jährigen klar, dass er künftig nur noch mit einer Mannschaft zusammenarbeiten möchte, die die gleichen Ziele verfolgt. „Für ein weiter so bin ich nicht zu haben. Dann geht es eben runter in die Verbandsliga oder die Jungs gucken, dass sie jemand anderen finden, der das mitmacht“, beschreibt Bog ein Szenario, das für den Faustball des TB Oppau katastrophale Folgen hätte. Erst seit diesem Jahr gibt es seit langer Zeit keine aktive Faustball-Frauenmannschaft mehr beim Turnerbund. Die Jugendmannschaften bei den Mädchen – soweit noch welche vorhanden waren – haben sich sogar schon lange davor aufgelöst. Sollte kein Nachfolger für Bog bei dem von ihm selbst beschriebenen Szenario gefunden werden, hängt auch die Zukunft der Männermannschaft am seidenen Faden. Der Verlust des 34-Jährigen wäre kaum aufzufangen. Seit Jahren schon betreut Bog die Männer. Mit den Jugendmannschaften, die er zusammen mit Thomas Blümbott betreut, holte er Titel: mit den männlichen C-Junioren 2009 die deutsche Meisterschaft sowie mit den Männern 2016 die Hallen-Zweitligameisterschaft in der Weststaffel. Ein Abgang von Bog könnte das Ende des Faustballs in Oppau bedeuten. Ein Damenteam gibt es nicht mehr. Doch soweit muss es für den Übungsleiter und den TBO laut eigener Aussage erst überhaupt nicht kommen. Es müsse eben eine für alle Seiten gute Lösung gefunden werden. Und das sei durchaus möglich. „Wenn mir die entsprechenden Spieler mitteilen, dass ihre Priorität nicht mehr auf dem Faustball liegt, akzeptiere ich das. Dann müssen sie aber auch damit leben, dass ich unseren Nachwuchs nachschieben werde. Auch mit dem Risiko, erstmal weniger Erfolg zu haben“, ist Bog bei entsprechenden Aussagen nicht mehr dazu bereit, den nach oben drängenden Nachwuchs vor den Kopf zu stoßen und lediglich – wie in der abgelaufenen Runde nötig – als Notnagel zu benutzen. Zuverlässigkeit und die klare Priorität für ein gemeinsames Ziel stehen für ihn an erster Stelle. Damit verspricht die angekündigte Krisensitzung zwei Punkte: Spannung und eine klare Aussprache.