Ludwigshafen Konzert für Ukraine: Verbindende Kraft der Kultur
Gemeinsam erspielten der Russe Dmitry Ablogin und Alexej Gorlatsch aus der Ukraine mit Werken des Komponisten Fréderic Chopin rund 9000 Euro, die von der BASF verdoppelt wurden. „Wir haben gezielt Künstler aus beiden Ländern angesprochen, denn wir glauben an die verbindende Kraft der Kultur“, erklärte Klaus Gasteiger aus dem Kulturreferat des Unternehmens. Sowohl Gorlatsch, Professor für Klavier an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim, als auch der mehrfach preisgekrönte Ablogin hatten sofort zugesagt.
Zugkräftige Namen für ein den Umständen entsprechend volles Haus bei bekannten Sicherheitsabständen. „Wir unterstützen auf diese Weise die Menschen in der Ukraine“, erklärte Alexej Gorlatsch, der bereits in der Reihe „Junge Pianisten“ im Feierabendhaus zu Gast war, und einräumte, dass ihn die Situation seiner Familie, Freunde und Bekannte in und um seine Heimatstadt Kiew belastet. Ausstehende Kontaktmöglichkeiten vergrößern seine Sorgen. „Die Musik hilft mir dabei, die Sorgen kurz zu vergessen.“ Denn Musik habe zwar Höhen und Tiefen, aber sie sei niemals zerstörend. „Musik ist Hoffnung auf den Frieden.“
Auf der anderen Seite wertete der in Moskau geborene Dmitry Ablogin den Krieg nicht als eine Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine, „sondern es ist ein Krieg zwischen Gut und Böse. Und leider ist die Rolle des Bösen für das Land, aus dem ich stamme und dessen Pass ich besitze“. Er bat deshalb um Vergebung. Nicht für den Krieg selbst, betonte er. „Aber ich möchte um Entschuldigung bitten, dass wir den Schrecken nicht rechtzeitig erkannt und verhindert haben“, sagte er mit Blick auf Machthaber Wladimir Putin.
Zeichen für Völkerverständigung
Mehr Worte wollte er nicht machen. „Den Rest soll die Musik ausdrücken.“ Und das taten sie mit den Werken von Frédéric Chopin, der schon seinen Schülern mit auf den Weg gegeben hatte: „Legen Sie ihre ganze Seele hinein.“ Mit ihrer unterschiedlichen Herkunft setzten die beiden Pianisten so ein klares Zeichen für Völkerverständigung.