Ludwigshafen
Kommentar: Engagement ohne Rückenwind
Respekt für all jene, die jetzt als ehrenamtliche Impflotsen in Ludwigshafen unterwegs sind, um Menschen über die Impfung gegen Covid-19 aufzuklären. Angesichts der aktuellen Lage gleicht dies wohl einem Haustür-Wahlkampf – und zwar einem, bei dem klar ist: Es gibt keinen Rückenwind. Zwar erreicht die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz Rekordhöhe, doch die politische Marschrichtung ist längst klar: Es wird gelockert. Auch hat Omikron bei vielen für ein entspanntes Grundgefühl gesorgt, Stichwort „milder Verlauf“. Warum sich also jetzt noch impfen lassen, werden wohl viele Skeptiker argumentieren. Trotzdem ist die Arbeit der Impflotsen wichtig: Wissenschaftlern zufolge birgt die Impfung klar weniger Risiken als eine Corona-Erkrankung, in der Regel schützt sie vor schwerer Krankheit und man schützt jene, die selbst nicht geimpft werden können. Auf Menschen zuzugehen, die sich nicht informieren, Ängste haben, mit Sprachbarrieren konfrontiert sind, vielleicht auch einfach den Überblick und das Interesse verloren haben, lohnt sich also immer. Klar ist aber auch: Dieses umfassende Engagement wäre in der Pandemie deutlich früher vonnöten gewesen.
