MANNHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Klassik: Gesellschaft für Neue Musik startet in die Saison

Sidney Corbett, der Vorsitzende der Gesellschaft für Neue Musik.
Sidney Corbett, der Vorsitzende der Gesellschaft für Neue Musik.

Auch die Gesellschaft für Neue Musik Mannheim hat jetzt ein Lebenszeichen gegeben und das erste ihrer drei Herbst-Programme vorgestellt. Bestritten hat den Abend in der Epiphaniaskirche in Feudenheim das Landesjugendensemble Neue Musik Baden-Württemberg unter der Leitung von Christof M. Löser.

Auf dem Programm standen zwei Auftragswerke des Netzwerks Neue Musik Baden-Württemberg: Philipp Krebs’ „Surge“ (Brandung oder Schwall) und „Io-tek héroique“ des italienischen Tonsetzers Alfredo De Vecchis, der an der Mannheimer Musikhochschule beim Vorsitzenden der Gesellschaft für Neue Musik, Sidney Corbett, studiert. Zwischen den Arbeiten der beiden jungen Komponisten erklang ein Stück eines angesehenen Vertreters der Gegenwartsmusik: „No Exit – verwunschene Fixierung“ von Nicolaus A. Huber. Es spielten 21 junge Musiker. Sie bedienten überwiegend ein klassisches Instrumentarium, das gelegentlich durch Akkordeon, CD- und Videoeinspieler und Elektronik erweitert wurde.

Einsatzfreudig agierend, zeigten sich die Spieler des Landesjugendensembles versiert im Umgang mit unkonventionellen modernen Spielpraktiken. Unter Lösers umsichtiger Leitung – bei stets extrem deutlicher Zeichengebung – bildeten sie ein homogenes und, wo es darauf ankam, auch bravourös spielendes Ensemble.

De Vecchis „Io-tek Héroique“ erweckte zuweilen den Eindruck eines verkappten Klavierkonzerts. Es alternierte Haltetöne in hoher Lage mit vielen Glissando-Wirkungen (ununterbrochenen kontinuierlichen Veränderungen der Tonhöhe), schnellen Klavierläufen, verlängerten Tonflächen, Virtuosenpassagen im Klaviersatz und einigen ansprechenden Klangwirkungen.

Durch den Einsatz von Geräuschklängen, Instrumentalaufschreien und bedrohlich dumpf grollenden Passagen im tiefen Register kam es in Hubers „No Exit“ zu dramatisch anmutenden Konstellationen, während der Ablauf von Krebs’ „Surge“ vor allem durch hartnäckige Wiederholung gleich bleibender Figuren und Konstellationen bestimmt wurde.

x