Fußball Klassensplitter: Wie die Kickers Neuhofen wieder in die A-Klasse zurückkehren wollen
Vor einem guten Jahr sind die Kickers Neuhofen voller Euphorie und Enthusiasmus in ihre erste Saison in der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt gegangen. Ein Mittelfeldplatz war das angestrebte Ziel, aus dem Abstiegskampf wollten sich die Neuhofener heraushalten. Doch daraus wurde nichts. Nur einmal belegten die Kickers Rang neun, ansonsten waren sie tabellarisch immer im zweistelligen Bereich zu finden. Am Ende war man zwar bester der vier Absteiger und es fehlten nur zwei Punkte zu Vordermann Dudenhofen III, doch das Gastspiel in der A-Klasse war für den Geschmack der Verantwortlichen viel zu kurz.
„Die Mannschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. Das Potenzial dazu haben wir“, ist Spielertrainer Sebastian Schiller überzeugt. Die in der Ost-Staffel der B-Klasse spielenden Kickers, die ursprünglich aus einer Ansammlung von Freunden entstanden sind, die sich seit Langem kennen, sind sich bei den Verpflichtungen vor der Runde treu geblieben. Meist läuft das so ab, dass einer aus dem Kader sagt, er kenne da einen, der Lust habe, für die Neuhofener aufzulaufen und der vom Typ her gut in die Gemeinschaft passen würde. „Auf diesem Weg sind vier neue Akteure zu uns gekommen. Mehr waren nicht nötig, weil uns trotz des Abstiegs niemand verlassen hat“, freut sich der Coach.
Auftakt verloren
Da ist einmal der erfahrene Außenverteidiger Mark Zimmermann, der aus Berghausen gekommen ist. „Marc ist ein Gewinn. Er dirigiert die Abwehr und ist schon bestens integriert“, betont Schiller. Außenverteidiger ist auch Tobias Höck, der aktuell an einer Sprunggelenkverletzung laboriert. Der Trainer ist sicher, dass man nach dessen Genesung an Höck noch viel Freude haben werde. Hinzu kommen zwei Südeuropäer. Der spanische Techniker Pol Sáez habe zwar länger nicht gespielt, sei aber der Typ Straßenfußballer, der Spielfreude ausstrahle. Wie er ist auch der Portugiese José Amaral da Silva ein Offensivspieler. Er kommt überwiegend über die Außenbahn.
Der Start in die neue Saison geriet dennoch daneben. In Otterstadt unterlagen die Kickers 0:1. „Wir hatten eine super Vorbereitung mit guten Testspielergebnissen. Es ist uns allerdings in 90 Minuten nicht gelungen, gute Chancen herauszuspielen“, blickt Schiller zurück. Neuhofen habe zwar mehr Ballbesitz gehabt, aber die Effizienz habe völlig gefehlt. Zudem sei die Mannschaft ungeduldig und in der Folge immer hektischer geworden. Dass acht Spieler wegen Urlaubs fehlten, lässt der 31-jährige Übungsleiter nicht als Ausrede gelten, weil die Kickers trotzdem eine gute Formation auf dem Feld hatten.
Fünf Spiele gewonnen
Diese Niederlage haben die Neuhofener aber gut weggesteckt. Die fünf Spiele danach haben sie alle gewonnen und sind dabei auf ein Torverhältnis von 33:2 gekommen. Am Sonntag feierten sie einen souveränen 7:0-Erfolg beim ASV Speyer, bei dem es sechs unterschiedliche Torschützen gab. „Bis jetzt haben schon elf verschieden Spieler getroffen, das ist gut für die Stimmung“, sagt der Coach. Zudem kamen schon 25 Akteure zum Einsatz, was für einen breiten Kader spricht, in dem noch einige Ressourcen schlummern. Das große Plus: Die Kickers können im Spiel mehrmals ohne Qualitätsverlust wechseln.
Der Tabellenführer dürfte am Wochenende allerdings (vorübergehend) entthront werden, denn er ist spielfrei, während die punktgleiche Konkurrenz aus Waldsee, Lingenfeld und Böhl-Iggelheim vorbeiziehen kann. „Das Führungsquartett hat noch nicht gegeneinander gespielt. In diesen direkten Duellen werden die Weichen gestellt“, prognostiziert Schiller. Außerdem will das Team im Kreispokal reüssieren. Mit dem FSV Schifferstadt II und der SG Limburgerhof wurden schon zwei Mannschaften aus der A-Klasse ausgeschaltet. Im Achtelfinale kommt nächste Woche der TuS Wachenheim. Vor drei Jahren schaffte es Neuhofen bis ins Endspiel gegen den FV Berghausen, wo man unglücklich im Elfmeterschießen verlor. „In diesem Spiel hat sich Danny Brixner das Kreuzband gerissen und Dorian Marinovic sah die Rote Karte. Das hat uns 2023 den Aufstieg gekostet“, erinnert sich der Übungsleiter, der die B-Lizenz hat.
Sebastian Schiller ist eines der Gesichter des 2021 aus der Taufe gehobenen Klubs Kickers Neuhofen und zählt zu den sieben Gründungsmitgliedern. Der Pädagoge, der am Nicolaus-Kistner-Gymnasium in Mosbach Geschichte und Sport unterrichtet, hat seinen Kreuzbandriss auskuriert, den er sich bei seiner zweiten Leidenschaft, dem Beach-Volleyball, zugezogen hatte. „Die Reha lief wie gewünscht, ich bin wieder fit. Im Training bin ich aber in den Zweikämpfen noch zurückhaltend, und im Spiel gibt es derzeit keinen Bedarf für einen Einsatz“, verdeutlicht der Mittelspieler, für den es schon der dritte Kreuzbandriss war.