Ludwigshafen Kitas: Kostenexplosion „zähneknirschend“ gebilligt

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Obwohl sich die ursprünglich geschätzten Kosten um etwa 7,5 Millionen Euro erhöhen, hat der Stadtrat gestern Abend den Neubau von mehreren Kitas gebilligt.

Um mehr als drei Millionen Euro steigen die Kosten beim Neubau der Kita Wörthstraße in der Innenstadt. Knapp 3,8 Millionen Euro waren dafür ursprünglich veranschlagt. Nun belaufen sich die Kosten auf 6,8 Millionen Euro. Erklärt wird das von der Verwaltung mit den seit Juni 2017 gestiegenen Baukosten und der derzeitigen Marktlage. Das heißt: Wegen des Baubooms können Firmen im Prinzip die Preise diktieren. Die Honorare für Fachingenieure hätten ebenso angepasst werden müssen wie die Preise für Gewerke, Technik und die Kosten der Außenanlagen. Für die neue Wörthstraße-Kita sind sechs Gruppen auf einem derzeit als Park- und Spielfläche genutzten Areal geplant, verteilt auf zwei bis drei Etagen. Bei der Stadt bleiben gut sechs Millionen Euro hängen. 900.000 Euro schießt das Land zu. Auch die Kosten für den Neubau der Kita Schanzstraße im Hemshof (sieben Gruppen plus Krippe) erhöhen sich erheblich: um über 2,6 auf fast 7,2 Millionen Euro. Knapp 6,7 Millionen Euro trägt die Stadt, 450.000 Euro kommen vom Land. Die neue Kita in der Orffstraße in Süd kostet über 6,5 Millionen Euro und ist damit fast 1,1 Millionen Euro teurer als geplant. 5,9 Millionen Euro muss die Stadt aufbringen. Mit 600.000 Euro fördert das Land das Projekt, das einen dreigeschossigen Bau mit begrüntem Dach vorsieht. Um 665.000 Euro erhöhen sich die Kosten für den Bau der Oggersheimer Kita in der Adolf-Diesterweg-Straße. Über 5,7 Millionen Euro werden dort investiert für sieben Kitagruppen. 716.000 Euro sind beim Land beantragt. Bei einer Förderzusage müsste die Stadt über fünf Millionen Euro stemmen. Das niederschwelligere Projekt hatte bereits der Bau- und Grundstücksausschuss am 1. April abgesegnet. Die meisten Fraktionen stimmten den Kita-Neubauten zwar zu, allerdings nur „zähneknirschend“. Die Kostensteigerungen seien „ein mittlerer Schock“ gewesen, sagte etwa Hans-Uwe Daumann (Grüne). Aber die Stadt brauche dringend weitere Kita-Plätze. „Wer das ignoriert, der ignoriert auch den Druck, unter dem wir stehen“, sagte Christoph Heller (CDU). „Wir müssen in den sauren Apfel beißen“, sagte Thomas Schell. (FDP). „Die Situation in Stadtteilen wie Süd, Mitte, West, Hemshof und Oggersheim ist sehr angespannt“, meinte Schuldezernentin Cornelia Reifenberg (CDU). In Ludwigshafen fehlen aktuell 1200 Kita-Plätze. Der rasche Kita-Ausbau ist notwendig, weil die Geburtenzahlen von einst 1500 auf 2000 jährlich gestiegen sind. Ludwigshafen wächst weiter und kratzt inzwischen an der Einwohnermarke von 180.000. Damit steigt auch der Bedarf an Hort- und Kitaplätzen. Entsprechende Ausbauprogramme laufen bereits.

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