Meinung
Kita-Notstand in Ludwigshafen: Schlimme Zahlen
Um es gleich mal vorwegzunehmen: Am wenigsten Schuld an dieser Situation sind die Erzieherinnen und Erzieher in Ludwigshafen. Sie versuchen ihr Menschenmögliches, damit weiterhin in vielen Kindergärten der Betrieb überhaupt noch aufrechterhalten werden kann. Dabei gehen sie bis an die äußerste Belastungsgrenze und darüber hinaus. Man kann dieser Berufsgruppe eigentlich nicht dankbar genug sein. Es braucht aber nur eine Erkältungswelle über die Stadt zu rollen – und schon steht die Betreuung Hunderter Kinder in Ludwigshafen auf der Kippe. Damit noch irgendwie halbwegs die Betreuung garantiert werden kann, läuft der Betrieb teils unter Einschränkungen weiter. Für die Familien bedeutet das regelmäßig Stress. Sie müssen sich ständig darum kümmern, wie sie früher Feierabend machen können oder ihre Kinder anderweitig, etwa bei Oma und Opa, unterbekommen. Wohl dem, der Homeoffice machen kann.
Viel schlimmer ist es jedoch für die Kinder. Gewerkschafterin Kathrin Gröning formuliert es passend. Am Ende leide die frühkindliche Bildung, wenn immer wieder Ausflüge oder Lehrangebote zusammengestrichen werden müssen, nur damit der Kindergarten offenbleiben kann: „Die Kita kann ihrem selbst gesteckten Auftrag oftmals gar nicht mehr gerecht werden“, sagt Gröning. Die Betreuungssituation muss in Ludwigshafen zur Chefsache werden. Schon jetzt wird es genügend Eltern geben, die sich überlegen, ob sie in dieser Stadt eine Familie gründen wollen oder nicht doch lieber anders. Ludwigshafens Zukunft steht auf dem Spiel.
