Ludwigshafen Kirche will Energie sparen

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Die Evangelische Kirche in Ludwigshafen will mehr für den Klimaschutz tun. Im Fokus stehen dabei die knapp 70 eigenen Gebäude im Kirchenbezirk. Als erster Schritt wurde 2016 eine Bestandsaufnahme des energetischen Zustands der Gebäude vorgenommen. Die Ergebnisse der Studie sind am Mittwoch vorgestellt worden. Die einzelnen Kirchengemeinden müssen nun selbst über kommende Energiesparmaßnahmen entscheiden.

Klimaschutz diene nicht nur der weltweiten Gerechtigkeit mit dem Erhalt von Lebensbedingungen, er senke auch die Kosten für die Kirchenbezirke, nannte die Ludwigshafener Dekanin Barbara Kohlstruck noch einmal die Gründe für die gestartete Initiative. „Ich freue mich, dass wir so viele sind“, begrüßte sie rund 50 Vertreter fast aller Ludwigshafener Kirchengemeinden und aus Altrip, die zur Präsentation des Energie-Gutachtens ins Gemeindehaus Pfingstweide gekommen waren. „Wir wollten verlässliche Daten über unsere Gebäude, um zu wissen, wo wir investieren müssen. Es dient aber auch dem Überblick, welche Gebäude wir überhaupt noch benötigen“, ließ Kohlstruck keinen Zweifel daran, dass der kirchliche Gebäudebestand in Ludwigshafen bei stetig abnehmenden Mitgliederzahlen inzwischen viel zu hoch sei. „Diese Entscheidungen werden uns nicht leicht fallen“, sagte sie voraus. Im Anschluss präsentierte Gutachter Karl-Heinz Dahlem die von seinem Büro für Bauphysik erstellte Bestandsanalyse von 67 kirchlichen Immobilien. Darunter waren sieben Verwaltungsgebäude, 19 Gemeindehäuser, elf Kindergärten sowie zehn Kirchengebäude. Wie Dahlem erläuterte, wurden alle Gebäude begangen und eine möglichst genaue energietechnische Verbrauchsübersicht für Wärme und Strom angefertigt. „Unser Ziel ist es, die staatlichen Sollwerte einer Sanierung um 30 Prozent zu unterschreiten“, meinte Dahlem mit Blick auf die inzwischen erhöhten Klimaschutzziele der Kirche. Anhand der Ist-Zustände der Gebäude wurden vom Fachbüro Vorschläge zur Verbesserung gemacht sowie eine „Kosten-Nutzen-Rechnung“ durchgeführt. „Maßnahmen der Anlagentechnik sind meist sofort rentabel, Maßnahmen an der Gebäudehülle oft erst auf längere Sicht“, nannte er eine Faustregel. Ein Sonderfall seien die Kirchengebäude. „Photovoltaik auf dem Kirchendach ist natürlich Geschmackssache“, meinte Dahlem. „Schon mit den technischen Maßnahmen können wir 20 Prozent CO2 einsparen“, freute sich Kohlstruck über das Ergebnis. Laut Gutachten müssen dafür 300.000 Euro investiert werden. Wie die Dekanin sagte, gebe es ein Drittel als Zuschuss von der Landeskirche. Für weitergehende Energiesparmaßnahmen wären weitere 1,5 Millionen Euro nötig. „Die Gemeinden sollten sich bis Ende April entscheiden, was sie machen wollen und Anträge stellen“, forderte die Dekanin zur Eile auf, da die Zuschüsse der Landeskirche begrenzt sind. Im Kirchenbezirk Ludwigshafen stünden 130.000 Euro zur Verfügung. „Daneben gibt es auch staatliche Zuschüsse, die sollten wir mitnehmen“, forderte Sibylle Wiesemann, Klimamanagerin der Evangelischen Kirche der Pfalz, die Gemeindevertreter zu gründlicher Information auf. Dafür gebe es Broschüren und auch Ansprechpartner bei der Landeskirche. Auf die einzelnen Kirchengemeinden, die diese Maßnahmen nun planen und auch finanzieren müssen, kommt einiges an Arbeit zu. |büg

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