Ludwigshafen Kindertagespflege im Rampenlicht: Mitmachaktion im Ebertpark
In Ludwigshafen und Umgebung betreuen rund 90 qualifizierte Kindertagespflegepersonen insgesamt etwa 450 Kinder – meist in kleinen Gruppen mit viel individueller Zuwendung. Um diese Form der Betreuung bekannter zu machen, fanden in der Aktionswoche mehrere Veranstaltungen statt: Neben der Mitmachaktion im Ebertpark öffneten verschiedene Kindertagespflegestellen ihre Türen, und in der Stadtteilbibliothek Oggersheim wurde eine Vorlesestunde angeboten.
Die Aktion im Ebertpark bot den Besuchern die Möglichkeit, die Kindertagespflege spielerisch kennenzulernen und einen Einblick in eine Betreuungsform zu gewinnen, die für viele eine familiäre und flexible Alternative zur Kita darstellt – und Eltern hilft, deren Kinder zunächst keinen Kita-Platz bekommen.
Organisiert wurde das bunte Treiben im Park von 20 Tagespflegepersonen, unterstützt von der Stadt Ludwigshafen sowie zahlreichen Ehrenamtlichen. Ihr gemeinsames Ziel war es, die Kindertagespflege sichtbar und erfahrbar zu machen – unkompliziert, lebensnah und mitten in der Stadtgesellschaft.
Besonders persönliche Atmosphäre
Neben Hüpfburg und Kinderschminken konnten sich die jungen Besucher beim Dosenwerfen, Bällebad-Angeln oder beim Stelzenlauf ausprobieren. Für jede absolvierte Station erhielten sie einen Stempel auf ihrer Spielkarte – wer fleißig sammelte, durfte sich über süße Belohnungen freuen. Die zwölfjährige Julia füllte bereits ihre fünfte Karte. „Mir gefällt das Dosenwerfen am besten. Darin bin ich besonders gut“, berichtet sie stolz. Doch nicht nur Kinder kamen auf ihre Kosten. Viele Eltern nutzten die Gelegenheit, sich über das Angebot zu informieren – eine Betreuungsform, die mit kleinen Gruppen und festen Bezugspersonen eine besonders persönliche Atmosphäre bieten möchte. Für die Betreuungspersonen bot sich damit eine wertvolle Chance, mit Eltern ins Gespräch zu kommen und ihre liebevolle, individuelle Arbeit vorzustellen.
Eine von ihnen war Hatice Gürel. Seit sechs Jahren arbeitet sie als Kindertagespflegerin und betreut aktuell zwei Kinder. „Früher habe ich in der Kinderbetreuung der Volkshochschule geholfen. Meine damalige Deutschlehrerin hat mich dann auf die Idee gebracht, diesen Beruf zu ergreifen“, berichtete die zweifache Mutter. Ihr Weg verdeutlichte, wie vielfältig die Zugänge zur Kindertagespflege sein können. Für Gürel war die Aktionswoche ein voller Erfolg – sie zeigte sich überzeugt, dass solche Veranstaltungen wesentlich zur Sichtbarkeit und Wertschätzung ihrer Arbeit beitragen.
Von der Politik ernstgenommen
Auch Anja Beyrouti, offizielle Vertreterin der Kindertagespflege im Raum Ludwigshafen, bestätigte diesen positiven Eindruck. Besonders erfreulich sei gewesen, dass sich neben zahlreichen Familien auch politische Vertreter aller Fraktionen Zeit genommen hätten. „Wir haben deutlich gespürt, dass das Thema fraktionsübergreifend ernst genommen wird“, sagte sie. Auch konkrete Herausforderungen wie die Suche nach geeigneten Räumen seien offen angesprochen worden.
Beyrouti, die seit zehn Jahren mit Herzblut als Kindertagespflegeperson arbeitet, wünschte sich, dass der begonnene Dialog weitergeführt werde. „Wir sind die zweite Säule der Kinderbetreuung – und möchten künftig auch im Bedarfsplan für Über-Zweijährige stärker berücksichtigt werden.“ Gleichzeitig lobte sie das Engagement der Stadt: „Sie tut bereits viel für uns – dafür sind wir dankbar und hoffen auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.“