Ludwigshafen
Kindertagespflege: DRK eröffnet das „Baumhaus“ in der Melm
Die Kinderbetreuung mit den Anforderungen des Pflegeberufs zu vereinbaren ist keine leichte Aufgabe: Eine verlässliche und gute Betreuung während der Arbeitszeit ist für Eltern dabei entscheidend. Den Spagat zwischen Familie und Beruf etwas zu erleichtern, ist deshalb das Ziel der DRK-Altenhilfe Vorderpfalz, die am Pflegeheim „In der Melm“ ab sofort eine Kindertagespflege in ihrem separaten Kinderhaus „Baumhaus“ anbietet.
Passend zum Namen „Baumhaus“ ist der rund 90 Quadratmeter große Pavillon des neuen Kinderhauses in Oggersheim ganz mit hellem Lärchenholz verkleidet. Innen gibt es ein größeres Spielzimmer und einen Ruheraum, sogar ein geschützter kleiner Garten mit Spielgeräten gehört dazu. Der Flachbau grenzt direkt an das DRK-Pflegeheim in der Melm mit seinen 119 Betten für pflegebedürftige Menschen. Betreut werden diese von etwa 140 Pflegekräften – in der Mehrzahl Frauen, die nun die Chance haben, ihre Arbeit noch besser als bisher mit den Bedürfnissen ihrer Familie zu kombinieren.
Drei Tagesmütter im Einsatz
Während sie arbeiten, kümmern sich im Kinderhaus Tagesmütter um die Kleinen. Derzeit sind hier bereits drei Tagesmütter für vier Krippenkinder im Einsatz. Ziel des DRK ist es, dass bis zum Sommer zehn Kinder von fünf Tagesmüttern betreut werden sollen. „Unser ,Baumhaus’ ist wunderbar geworden“, freute sich Willi Dörfler, Präsident des DRK Kreisverbands Vorderpfalz bei der offiziellen Eröffnung sichtlich. Und er erinnerte daran, dass die Realisierung dieses Projekts nach einer ersten Idee vor fünf Jahren nicht gerade einfach gewesen sei. „Wir brauchen in der Pflege mehr Mitarbeiter, die können aber oft nicht so, wie sie wollen, wegen der Kinderbetreuung.“
Das Kinderhaus sei ein Argument, künftig zum DRK in die Melm zu kommen, stellte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) fest. Für alle gerade in jüngster Zeit erbrachten Leistungen des Roten Kreuzes in Ludwigshafen sprach sie im Namen der Stadt ein „dickes Dankeschön“ aus. Dass das „Baumhaus“ nicht nur äußerlich sehr ansprechend und innen hübsch eingerichtet, sondern auch ökologisch auf der Höhe der Zeit ist, machte indes Architekt Ralph Albrecht auf Nachfrage der RHEINPFALZ deutlich. „Das Gebäude ist in Holztafelbauweise errichtet, eine Besonderheit ist die Brettstapeldecke, die besonders tragfähig ist“, betonte der Experte.
Intensive Dachbegrünung
Grund dafür sei die gewünschte intensive Dachbegrünung. Die Tragkraft des Daches erlaube eine Schicht von 40 Zentimetern Substrat mit einem Gewicht von 36 Tonnen. Damit können laut Albrecht sogar größere Sträucher gedeihen. Die Grünfläche oben ersetze vollständig die durch den Anbau versiegelte Grundfläche, erläutert der Architekt.
Für die rund 200 Menschen, die am Dienstag bei schönem Wetter im Hof des DRK-Pflegeheims bei Speis und Trank, Kinderspielen und Musik gemütlich zusammengekommen waren, gab es jedoch noch einen weiteren Anlass zu feiern. „Heute macht der ,Fackellauf nach Solferino’ bei uns Station, noch heute Abend werden wir die Fackel an den Kreisverband Kaiserslautern weitergeben“, kündigte Dörfler an.
Fackellauf „Fiaccolata“
Der „Fiaccolata“ genannte Fackellauf ist beim Roten Kreuz gute Tradition. Schon seit Februar wird die Fackel symbolisch nach Art eines Staffellaufs durch die ganze Bundesrepublik getragen – um schließlich am 24. Juni an der Fiaccolata in Italien teilzunehmen. Dort gedenken jedes Jahr Tausende von Rotkreuz-Mitgliedern aus der ganzen Welt mit einem Fackelzug in Solferino an die Anfänge der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Denn: Der historische Ausgangspunkt zur Gründung des Roten Kreuzes war die Schlacht von Solferino am Gardasee in Norditalien am 24. Juni 1859 zwischen dem Kaiserreich Österreich und dem mit Frankreich verbündeten Königreich Piemont-Sardinien.