Ludwigshafen Kinderarmut: Awo fordert bessere Konzepte

Die von CDU und SPD geplante zweistufige Erhöhung des Kindergelds um 25 Euro hält Holger Scharff, Stadtkreischef der Arbeiterwohlfahrt (Awo), für nicht ausreichend, um Armut dauerhaft zu bekämpfen.
„Täglich können wir in den Sonntagsreden aller Volksvertreter im Bund und im Land hören, dass wir etwas gegen die Kinderarmut tun müssen. Diesen Reden sollten nun auch schnellstens einmal Taten folgen“, fordert Awo-Sprecher Scharff, der auch für die SPD im Stadtrat sitzt. Folglich sieht er die von einer möglichen neuen großen Koalition geplante Kindergelderhöhung um 25 Euro kritisch. „Für alle Kinder, die mit ihren Eltern mit Sozialleistungen leben, ist dies kein finanzieller Fortschritt, weil die gesamte Erhöhung und auch das bisherige Kindergeld voll auf die Zahlungen angerechnet werden. Dies bedeutet, Kinder und Eltern bekommen vom Geld, welches den Kindern zusteht, keinen Cent“, betont Scharff. Folglich müsse das Ziel sein, „dass das Kindergeld nicht auf die Bezüge aus den Sozialsystemen angerechnet und stattdessen voll ausbezahlt wird“. Nur wenn das System so umgestellt wird und entsprechende Konzepte entwickelt werden, sei es möglich, „dass auch diese Kinder in einem gewissen Bereich am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“.