Ludwigshafen Keltische Spurensuche

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Auf musikalischer Spurensuche nach ihren irischen Vorfahren ist Loreena McKennitt seit fast drei Jahrzehnten. Jetzt ist die kanadische Sängerin und Harfenspielerin mit ihrem Trio im ausverkauften Mozartsaal des Mannheimer Rosengartens aufgetreten.

Erst mal war Kuschelstunde. Sobald die ersten Harfentöne glitzerten und das Cello elegisch wurde, rückten die Pärchen im Saal noch enger aneinander und genossen die friedvollen Klänge. Die keltische Harfe spielte die Sängerin, daneben auch das Klavier und begleitete ihre Gesänge darauf. Das Cello strich Caroline Lavelle in ruhevoller Sonorität oder ließ kraftvolle Folkmelodien auftanzen. Dritter im Bunde ist Brian Hughes, der die Bouzouki silbrig tönen ließ oder mit flutenden Pedaltönen der E-Gitarre grundierte. Drei Saiteninstrumente in friedvoller Dreieinigkeit. Später kamen auch Langhalslaute und Oud, Blockflöte und Ziehharmonika hinzu. Die Lieder von Loreena McKennitt sind romantische Elegien, gespeist aus einer Mischung aus Pop, Folk und sanften World-Music-Klängen. Nach fünfjähriger Abwesenheit war die Sängerin nun wieder in Europa und wurde von ihrem Publikum gefeiert. Das Programm setzte Loreena McKennitt aus Musik und Erzählungen zusammen, die durch ihre Beschäftigung mit keltischer Geschichte inspiriert sind. Die Geschichten können aus der mystischen irischen Sagen stammen, es gibt aber auch Gedichte von William B. Yeats und anderen. Geliebt wird die Sängerin auch für ihre hohe Sopranstimme, die so rein und klar tönt wie Quellwasser in irischer Hügellandschaft. Das klang so fein wie Kate Bush in jüngeren Jahren und passt natürlich zu Songs die von irischen Melodien inspiriert sind. Von der alten Kultur der Kelten erzählen die Liedtexte, von deren Ausbreitung nach Asien und nach Amerika. Um die Schönheit der irischen Natur und die Naturliebe der Kelten geht es da, um die Verehrung der Bäume, aber auch um Leid und Not. Es waren ja immer wieder Hungersnöte, welche die Auswanderungswellen der Iren nach Übersee auslösten. Auch über die Rebellionen der Iren sang Loreena McKennitt. Mit den Aufständen von 1798 und 1916 sollte die Unabhängigkeit von England erkämpft werden. Da war etwa der Song „The Wind that Shakes the Barley“, basierend auf einer Ballade des irischen Dichters Robert Dwyer Joyce. Auch William B. Yeats liebt die Sängerin, der den Nationalstolz der Iren wiederbelebte. Zum Osteraufstand hat er ein Gedicht geschrieben, „Easter 1916“, in dem die hingerichteten Anführer genannt werden. Gleichwohl war nicht nur Trauer angesagt, dafür erzählte McKennitt gewitzt von ihren Reiseerlebnissen und Anekdoten aus ihrer langen Karriere. Und kraftvolle Songs wie „All Souls Night“ und die fröhlichen Zugaben „The Mummers’ Dance“ und „Full Circle“ gaben der Publikumsbegeisterung weiter Nahrung.

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