Spiel des Tages
Kellerduell in der Fußball-Bezirksliga zwischen Edigheim und ESV Ludwigshafen
Wer mit den Edigheimern sympathisiert und in die Statistik schaut, der wird erschaudern: Seit dem 25. September, dem 3:2-Erfolg in Seebach, und somit seit 14 Partien ist die SGE sieglos. Und seit sechs Spielen wartet der Aufsteiger auf einen Treffer. Letzter Torschütze war Francesco Mauceri am 13. November in Maximiliansau. In einer solchen Situation wendet man sich in Edigheim lieber positiven Dingen zu. „Die Defensive ist stabiler geworden. In den drei Spielen nach der Winterpause gegen Spitzenteams haben wir nur vier Gegentore bekommen“, sagt Trainer Giuseppe Porco. Tatsächlich kam Edigheim in Mutterstadt nach Ballverlusten oder bei gegnerischen Angriffen schnell in die Ordnung und stand eng gestaffelt. Eine Dreierkette vor der Abwehr zu installieren, war eine gute Idee.
Weniger gut sind die vielen Roten Karten, wobei man differenzieren muss. Am Sonntag erwischte es den 24-jährigen Defensivallrounder Bastian Gütermann für ein Foul an der Strafraumgrenze. Der souveräne Schiedsrichter Carsten Martin, der gut kommunizierte, von den Spielern akzeptiert wurde und in dem fairen Spiel keine Gelbe Karte für ein Foul zeigen musste, entschied sich für die Rote Karte. Legt man den Spielcharakter und die Linie Martins zugrunde, hätte es „Gelb“ vielleicht auch getan. Drei Spiele Sperre für Gütermann sind in diesem Kontext eine happige Strafe.
ESV seit sechs Spielen ungeschlagen
Das Kontrastprogramm gibt’s beim ESV Ludwigshafen. Die Blau-Schwarzen sind seit sechs Spielen ungeschlagen und haben den Rückstand zum rettenden Ufer von einstmals zehn Zählern auf einen reduziert. „Es stimmt einfach. Die Mannschaft überzeugt spielerisch, beweist Teamgeist und hat einen Lauf“, freut sich Trainer Frank Hoffelder, der maßgeblich dafür verantwortlich ist. Hohe Laufbereitschaft, taktische Flexibilität und Biss sind Tugenden, die den ESV derzeit auszeichnen. Der Lohn: Das Team belegt in der Rückrundentabelle Rang zwei. Der neue Geist führte sogar so weit, dass ein Zuschauer nach dem begeisternden 5:1-Sieg gegen den Tabellenfünften Lustadt einen ordentlichen Betrag für die Mannschaftskasse springen ließ.
Und gerade, weil es so gut beim ESV läuft, will Übungsleiter Hoffelder im Training die Zügel anziehen. „Kein Spiel wird ein Selbstläufer und wir haben noch rein gar nichts erreicht, stehen immer noch auf einem Abstiegsplatz“, mahnt der ehemalige Verbandsligaspieler angesichts dünner Personaldecke. Übrigens: Kein Erfolg ohne Aberglauben: Seit ein paar Wochen trägt ESV-Trainer Hoffelder bei den Spielen immer dieselbe Kleidung: Trainingshose, Pullover, dicke Winterjacke. Gewechselt wird diese erst, wenn seine Mannschaft mal wieder verliert. Und wenn die Temperaturen so schnell nach oben klettern wie der ESV in der Rückrundentabelle, dürfte der Coach künftig ordentlich schwitzen.