Ludwigshafen Keller: Gedenkstätte für Kohl

Dezember 1994: Josef Keller mit Helmut Kohl und Parteikollege Berthold Messemer (von links) bei einem Treffen anlässlich des 65.
Dezember 1994: Josef Keller mit Helmut Kohl und Parteikollege Berthold Messemer (von links) bei einem Treffen anlässlich des 65. Geburtstags von Innenminister a.D. Kurt Böckmann (rechts).

Ein treuer Wegbegleiter des am 16. Juni verstorbenen Altkanzlers macht sich Sorgen um dessen Vermächtnis: Josef Keller, von 1992 bis 2006 der bisher am längsten amtierende Kreisvorsitzende der Ludwigshafener CDU, fordert eine Gedenkstätte für Helmut Kohl in dessen Heimatstadt. Oberbürgermeisterin Eva Lohse (61, CDU) sieht der 68-Jährige in der Verantwortung, in dieser Angelegenheit schnellstmöglich „den Finger zu heben“.

„Die Stadt muss jetzt die Initiative ergreifen. Mir ist das als langjähriger Parteivorsitzender und Ludwigshafener Patriot ein großes Anliegen“, betont Keller, der seit 50 Jahren CDU-Mitglied ist. Er geht davon aus, dass die Bundesregierung für Kohl – wie schon für dessen Amtsvorgänger Konrad Adenauer, Willy Brandt oder Helmut Schmidt – eine Gedenkstiftung einrichten wird. Diese könnte dann ein Helmut-Kohl-Haus finanzieren – eine Kombination aus einem Lernort für Schüler, Museum und Infozentrum, die an den Altkanzler erinnern soll, so Kellers Vorstellung. „Ich will, dass dieses Haus nach Ludwigshafen kommt.“ Die Gedenkstätte sollte im Stadtkern angesiedelt sein. Kellers Befürchtung: Reklamiert Ludwigshafen die Gedenkstätte nicht rechtzeitig für sich, „dann könnte uns Speyer zuvorkommen“. Die Domstadt, in der Kohl beigesetzt ist, hält der ehemalige Landtagsabgeordnete (1995 bis 2011) nicht für den angemessenen Ort, um Kohl zu ehren. „Er ist in Ludwigshafen geboren und getauft. Er hat hier gelebt und ist hier gestorben“, argumentiert Keller. Das Lebenswerk des berühmtesten Sohns der Stadt müsse daher auch in Ludwigshafen gewürdigt werden. Beispielhaft nennt Keller das Willy-Brandt-Haus in dessen Geburtsstadt Lübeck. Zusätzlich eine Straße oder einen Platz in Ludwigshafen nach Kohl zu benennen, sei außerdem angebracht, findet Keller. Dies müsse allerdings ein herausragender Ort sein, weshalb für den Christdemokraten die Friesenheimer Hohenzollernstraße, an der Kohls Elternhaus liegt, oder die Marbacher Straße in Oggersheim, wo der Kanzlerbungalow steht, ausscheiden. Auch der Berliner Platz kommt für Keller nicht infrage, weil dieser in der öffentlichen Wahrnehmung ein Kriminalitätsschwerpunkt sei. Der von Kohl eingeweihte Platz der Deutschen Einheit am Rheinufer sollte ebenfalls seinen Namen behalten. Für geeigneter hält Keller den Ludwigsplatz, wo Kohl von 1959 bis 1969 Referent für Wirtschaft und Steuerpolitik beim dort ansässigen Landesverband für die Chemische Industrie war. Den Platz umrundete der Trauerkonvoi am 1. Juli. Wegen seiner zentralen Lage sei auch der Theaterplatz am Pfalzbau denkbar. „Der Ort, an dem wir uns an Helmut Kohl erinnern, muss jedenfalls etwas Besonderes sein und ein Alleinstellungsmerkmal haben“, so Keller.

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