Mannheim
Keine Konkurrenz für Dürkheimer Therme: Spaßbad in Mannheim verzichtet auf Sauna
Ein bisschen Geduld brauchen Schwimmfans noch: Nach mehrfachen Verzögerungen haben die Verantwortlichen diese Woche einen neuen angestrebten Eröffnungstermin für das Spaßbad in Mannheim genannt. „Der erste Badegast wird Anfang 2027 erwartet“, sagt Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD). Fertig soll das nach dem Nationaltheater zweitgrößte Bauvorhaben der Stadt zwar noch dieses Jahr werden. Dann allerdings steht erst einmal eine mehrmonatige Testphase an. Strömung und Entlüftung werden ebenso auf dem Prüfstand stehen wie die Sicherheitsstandards, die zum Beispiel die Feuerwehr überprüft. Eine Simulation mit vollem Bad soll es außerdem geben. Dafür werden ungefähr 1000 Schulkinder aus der Nachbarschaft vor Ort sein.
Im Juni 1956 ist das Gelände mitten in der Neckarstadt-Ost als Freibad eröffnet worden. Mehr als 150.000 Besucher kamen zuletzt Jahr für Jahr. Nun entsteht zusätzlich ein Hallenbad. Sechs 50-Meter-Bahnen soll es geben. Doch nicht nur das. Lehrschwimmbecken und ein höhenverstellbares Kursbecken sind ebenso geplant wie ein Becken mit Whirlpool, eine Rutsche, ein Strömungskanal und zwei Röhrenrutschen. Das Bad wird ein Kernelement des Mannheimer Bäderkonzepts – mit bedeutender Rolle für den schulischen Schwimmunterricht, aber auch für Sport- und Freizeitschwimmen.
Warum es keine Sauna gibt
Zwar soll es ein Dampfbad geben, aber „auf einen Saunabereich haben wir bewusst verzichtet“, sagt der Mannheimer Sportamtschef Uwe Kaliske. Damit so ein Angebot kostendeckend funktioniere, müsse es so groß sein, dass eine zusätzliche zweistellige Millionensumme nötig wäre, erklärt er. „Wir haben in Mannheim eine Sauna im schnuckeligen Gartenhallenbad in Neckarau. Außerdem gibt es etliche kommerzielle Anbieter im Bereich Sauna“, erklärt Kaliske. Das Spaßbad ist auch schon so nicht ganz billig: 64,5 Millionen Euro gibt die Stadt weiterhin als Kostenrahmen an.
Einen noch ziemlich neuen attraktiven Anbieter im Bereich Sauna gibt es seit Ende November in Bad Dürkheim. Die Salinarium-Therme ist ein Magnet in der ganzen Region. Dieser Einrichtung will man in Mannheim ebenso wenig Konkurrenz machen wie dem Miramar in Weinheim. Für das neue Mannheimer Hallenbad hält Kaliske 150.000 Besucher im Jahr für realistisch – und die könnten durchaus aus einem Umkreis von 15 bis 20 Kilometer kommen. Der Sportamtschef ist sicher, dass man sich vor Einrichtungen wie dem Bellamar in Schwetzingen, dem Bademaxx in Speyer, dem Aquadrom in Hockenheim oder dem Basinus Bad in Bensheim nicht verstecken muss. Ganz im Gegenteil. „Da können wir uns sehr gut sehen lassen. Der Klein-Kinder-Bereich wird ein Anziehungspunkt sein“, sagt er.
Eintrittspreis noch geheim
Was der Spaß für die Besucher kosten soll, wollen Bürgermeister Eisenhauer und Sportamtsleiter Kaliske noch nicht verraten. Mit der Tarifstruktur soll sich zunächst der Sportausschuss des Gemeinderats beschäftigen. Hört man bei den Andeutungen der Verantwortlichen etwas genauer hin, könnte der Eintrittspreis höher liegen als im Bellamar in Schwetzingen. Dort kostet eine Tageskarte für Erwachsene rund zehn Euro. Umgekehrt wird das Ticket aber deutlich günstiger zu haben sein als die rund 30 Euro, die im Miramar für einen Tag zu zahlen sind. Das Bad muss jetzt erst einmal fertig werden. Man wolle schauen, wie die Einrichtung angenommen werde. Vorstellbar seien dann aber besondere Events wie Kinotage, so Kaliske.
Wie der Name Kombibad schon sagt, liegt ein Augenmerk auch auf dem weiteren Betrieb des etablierten Freibads. Es soll zwei getrennte, nebeneinander liegende Eingänge geben. Vom einem in den anderen Bereich zu schwimmen, soll nicht möglich sein. Hallen- und Freibad sollen aber über Rampen miteinander verbunden werden. Alle Bereiche des Bads sind laut Stadt so geplant, dass sie auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich sind. In den Planungen des Hallenbads ist zudem ein Außenbecken vorgesehen. Eine energieeffiziente Technik spielt außerdem eine große Rolle. Eine Photovoltaikanlage soll ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Ein modernes Wärmerückgewinnungssystem wird es ebenfalls geben.