Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Fernwärmeausbau in Ruchheim

In Ruchheim ist kein relevantes Potenzial zum Fernwärmeausbau identifiziert worden.
In Ruchheim ist kein relevantes Potenzial zum Fernwärmeausbau identifiziert worden.

Mit mehreren Anfragen hat sich der Ortsbeirat Ruchheim am Montagabend mit der Energiewende und dem Klimawandel sowie seinen Auswirkungen auf den Stadtteil beschäftigt. Bilanz: Ein Geothermie-Projekt ist in der Planung, Fernwärme lohnt sich in Ruchheim nicht, weitere Photovoltaik-Anlagen werden auf Machbarkeit geprüft.

Welches Ergebnis die drei Probebohrungen zur Geothermie im Neubaugebiet Nord-Ost erbracht hätten, wollte die CDU in einer Anfrage von der Stadtverwaltung wissen. Wie der Fachbereich Umwelt in seiner Antwort mitteilt, hätten die Erkundungsbohrungen ergeben, dass für die Deckung des benötigten Heizbedarfs insgesamt 114 Erdwärmesonden nötig seien. Am 12. Mai sei ein Antrag für den Bau und Betrieb der Sonden beim Umweltbereich eingereicht worden. Derzeit erfolge die fachtechnische Prüfung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd. Ergebnisse seien noch nicht bekannt.

Um die Wärmeversorgung drehte sich auch eine Anfrage der Grünen. „Wir wollen wissen, ob ein Anschluss ans kommunale Fernwärmenetz für Ruchheim geplant ist und mit welcher zeitlichen Perspektive zu rechnen ist“, so Jutta Kreiselmaier-Schricker. Antwort der Technischen Werke (TWL): Für die Ausbauplanung der Fernwärme sei das Stadtgebiet in 123 Quartiere eingeteilt worden. Jedes Quartier werde nach seiner Bebauung und Struktur einschließlich Industrie- und Gewerbeansiedlung betrachtet.

In Ruchheim sei demnach kein „relevantes Potenzial“ zum Fernwärmeausbau identifiziert worden. Dabei spiele die Entfernung zum bestehenden Fernwärmenetz eine Rolle. Eigentümern solle jedoch ein „gutes Angebot“ gemacht werden. Es werde an „Lösungen gearbeitet, die eine klimaneutrale Wärmeversorgung auch im Kleinstverbund ermöglichen“, erklärten die TWL per Stellungnahme.

Keine Förderung Privater

Eine weitere Anfrage der Grünen thematisierte die Schaffung von Photovoltaik-Anlagen an öffentlichen Gebäuden im Stadtteil und eine mögliche Förderung seitens der Stadt für übrige Dachbesitzer. Auf der Astrid-Lindgren-Grundschule sei bereits seit 2010 eine solche Anlage vorhanden, für das Gebäude der städtischen Kita und der Arche Noah werde die Machbarkeit geprüft. Ein Förderprogramm für Private gebe es nicht, heißt es vom Bereich Gebäudewirtschaft.

„Überwärmung“ im Stadtgebiet

Zudem wollten die Grünen wissen, was die Verwaltung der zunehmenden „Überwärmung“ im Stadtgebiet entgegensetzen wolle. „Im Stadtgebiet ist es aufgrund des hohen Versiegelungsgrads „dauerheiß“, die Vorderpfalz sei eine der heißesten Regionen Deutschlands. Die Hitze habe einen erheblichen Einfluss auf „Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Menschen“, meinte Kreiselmaier-Schricker. Dem Umweltbereich zufolge ist im April das Klimaanpassungskonzept („Klima LU fit for Climate Future“) gestartet worden. Dabei werde ermittelt, inwieweit „die in den 90er- und 2000er-Jahren geplanten Kompensationsmaßnahmen zur Vermeidung von Überwärmung Hinweise für weitere Verbesserungen in der städtebaulichen Planung geben können“. Die Bearbeitung erfolge zusammen mit dem Land und der BASF.

Im Vorlauf sei 2021 eine umfangreiche Klimaaufnahme und Zusammenstellung von Messwerten als Grundlage gefertigt worden. Das Projekt solle 2025 abgeschlossen sein und darauf aufbauend ein Hitzeaktionsplan entwickelt werden, teilte der Umweltbereich mit. Ziel sei es, die Widerstandsfähigkeit neuer Stadtquartiere gegenüber Hitze und Dürreperioden zu erhöhen. Soweit finanziell möglich, sollen Baumpflanzungen erfolgen. Konzepte zur Nutzung von Förderprogrammen würden derzeit erarbeitet.

x