Das spontane Interview
Karlheinz Schmitt über Corona und seine Zeit in der Anilin
Das große Ludwigshafener Impfzentrum soll in die Walzmühle. Werden Sie sich impfen lassen?
Ich lasse mich auf alle Fälle impfen! Aber man muss abwarten, wann ich damit in meinem Alter überhaupt an die Reihe komme.
Sie gehören zur Risikogruppe ...
Vom Alter her auf alle Fälle. Aber ich habe neulich die Zahlen gesehen. Demnach sollen bis zum Frühjahr zwei Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Ich gehe davon aus, dass die Beschäftigten im Gesundheitssystem an erster Stelle stehen. Menschen in meinem Alter müssen sich wohl erst mal hinten anstellen.
Geimpft werden soll in der Walzmühle. Die richtige Entscheidung?
Ich hätte es mir auch in der Eberthalle vorstellen können. Wichtig ist die gute Erreichbarkeit und hier kommt man auch ganz gut mit dem Auto hin.
Haben Sie als Friesenheimer keinen Bezug zu den Handballern, also zu den Eulen?
Nein. Zum einen lebe ich mittlerweile schon lange auf der Pfingstweide und zum anderen hat mich Sport noch nie besonders interessiert.
Wo haben Sie gearbeitet?
Ich war mein ganzes Arbeitsleben lang bei der BASF.
Als was haben Sie gearbeitet?
Ich war Chemielaborant und habe die ganze Zeit im Labor gearbeitet.
Nur in Ludwigshafen?
Eigentlich die ganze Zeit. Ich war nur mal kurz in Antwerpen.
Ist man als Chemielaborant stolz auf seine Entdeckungen?
Ja, schon. Ich habe in den 1950ern zum Beispiel an der Grundlagenforschung für das PVC mitgearbeitet.
Ich bezeichne die BASF immer als Familienunternehmen, weil viele Mitarbeiter schon in der zweiten und teilweise auch dritten Generation dabei sind. Wie war das bei Ihnen?
Das mit dem Familienunternehmen war einmal. Kurz nach dem Krieg war es tatsächlich ein sehr soziales Unternehmen. Das hat sich mittlerweile leider geändert. Da wurde fast alles abgebaut. Das ist schade. Jetzt ist es nur noch ein Unternehmen, wie alle anderen auch.
Warum kommen Sie eigentlich von der Pfingstweide hierher?
Ich habe einen Arzttermin. Manche Fachärzte gibt es auf der Pfingstweide nicht. Dafür muss ich ans Lusanum.