Ludwigshafen Kölsche Klänge, super Stimmung

Kölsche Musik im Konfettiregen: Im Palatinum ging die Post ab.
Kölsche Musik im Konfettiregen: Im Palatinum ging die Post ab.

Zu ihrem 22. Geburtstag hat sich die Stadtgarde Ludwigshafen selbst beschenkt. Im Palatinum in Mutterstadt feierten die Karnevalisten einen Kölschen Abend mit De Hofnarren und der Band Paveier. Die Zuschauerzahl (rund 200) blieb zwar hinter den Erwartungen des Corps zurück, doch die Fans der kölschen Musik machten das mit doppelt guter Stimmung wett.

Wie schwer ist es wohl, als kölsche Mundartband mitten in der Pfalz das Eis zu brechen? Die Antwort war am Samstagabend schnell gegeben: Schon mit dem ersten Lied hatten De Hofnarren das Publikum auf ihrer Seite. Als die Coverband aus der Nähe von Trier „Kölsche Jung“ von Brings anstimmte, sang das Publikum sofort begeistert mit. Die Pfälzer erwiesen sich als erstaunlich textsicher. Bereits zur Inthronisation der Jubiläumsprinzessin Daniela I. im November hatte die Stadtgarde die Hofnarren eingeladen. „Die kamen so gut an, dass wir sie dazu gebucht haben“, sagte Vorsitzender Steffen Unfricht. Eine gute Entscheidung, denn die Musiker hatten alles mitgebracht, was eine gute kölsche Party braucht: Die Höhner-Hymne „Hey Kölle“, moderne rheinische Rockmusik wie „Pirate“ (Kasalla) und ein eigenes Stück: den Mallorca-Hit „Nicht allein nach Hause“. „Wir möchten mit euch singen, schreien – wir möchten, dass ihr eskaliert“, forderte Frontmann Elmarius der I. das Publikum auf. Eine Zugabe musste sein, bevor die Hofnarren das Feld für den Hauptact räumten. Mit „Schön ist das Leben“ begrüßten die Paveier das Publikum. In Köln zählen die Musiker zum Inventar. Schließlich liefern sie seit fast 34 Jahren regelmäßig Gassenhauer, die nicht nur in der Karnevalszeit rauf und runter gespielt werden. Zu den jung gebliebenen Gründungsmitgliedern Detlev Vorholt, Klaus Lückerath und Hans Ludwig „Bubi“ Brühl sind mit der Zeit neue Gesichter hinzugekommen. Neben Schlagzeuger Johannes Gokus und Bassist Markus Steinseifer prägt nun auch der Sänger und Gitarrist Sven Welter die Musik der Band, die mit „Leev Marie“ jüngst einen Riesenhit landete. Dieses Stück hoben sich die Musiker bis fast zum Schluss auf. Vorher wechselten sie zwischen ihren altbekannten Liedern und Stücken vom neuen Album hin und her. Da wurde erst zu „Ich han de Musik bestellt“ geschunkelt und dann wieder heftig getanzt, als die Paveier „Kumm Mädche danz“ zum Besten gaben. Stillstehen war schlicht unmöglich. Je später es wurde, umso dichter rückten die Zuhörer an die Bühne. So war der Abend für die Stadtgarde trotz der eher bescheidenen Resonanz ein voller Erfolg. Als die Stimmung zu „Leev Marie“ zu später Stunde explodierte, war alles andere nebensächlich.

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