Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Junge Eltern ziehen den Kürzeren

In den Kitas fehlt Personal. Und so schnell wird sich die Situation in der Stadt vermutlich auch nicht ändern. Es fehlen über 20
In den Kitas fehlt Personal. Und so schnell wird sich die Situation in der Stadt vermutlich auch nicht ändern. Es fehlen über 2000 Kita-Plätze.

Vor allem den Besucherinnen der Ruchheimer Ortsbeiratssitzung blieb vor Schreck der Mund offenstehen. Grüne und SPD hatten am Montagabend jeweils die Kindergartensituation im Ort angefragt. Was sie als Antwort der Verwaltung über Ortsvorsteher Dennis Schmidt (CDU) erhielten, war wenig befriedigend. Im Gegenteil.

In Ruchheim selbst gibt es 15 Krippenplätze, 225 Plätze sind es in den Kindertagesstätten, 40 Schulkinder können vor Ort im Hort betreut werden. Zu den Plätzen des freien Kindergartenvereins liegen der Verwaltung keine Zahlen vor. So weit, so gut.

Schlecht hingegen ist, dass allein in Ruchheim aktuell 177 Kinder – elf für einen Krippenplatz, 129 für die Kitas und 37 für den Hort – auf der Warteliste stehen. Eine Situation, an der sich auf absehbare Zeit nichts verändern wird. Denn die Verwaltung rechnet im Hortbereich mit weiterem Bedarf von 20 Plätzen, was mit Bauprojekten der Wohnungsbaugesellschaft GAG zusammenhängt.

Ein Grund für den Mangel liege auf der Hand: „Allein in der städtischen Kita Ruchheim sind aktuell 6,5 Stellen nicht besetzt“, heißt es in der Antwort des zuständigen Fachbereichs. Ein Mangel, der im Grunde seit dem zweiten Halbjahr 2022 mit geringen Variationen fortbestehe. Hier will Ortsvorsteher Dennis Schmidt ansetzen: „Nach meiner Erfahrung könnte man bei gezielter Ausschreibung mehr Fachkräfte für Ruchheim gewinnen“, ist er überzeugt. Bislang suche Ludwigshafen Fachkräfte generell stadtübergreifend, denn der Mangel bestehe überall. Die gezielte Ausschreibung könne hingegen ein erster Schritt sein, glaubt der Ortsvorsteher.

Allein die bauliche Situation helfe nicht weiter: „Wir können derzeit durch den Personalmangel stadtweit nicht alle Räumlichkeiten voll ausschöpfen“, hieß es auf CDU-Anfrage, die den Sachstand der dritten Kindertagesstätte im Ort zum Ziel hatte. „Derzeit werden ein Standort und ein Investor dafür gesucht“, hieß es dazu. Aber selbst, wenn kurzfristig gebaut werden könne, bleibe das grundlegende Problem bestehen: Neue Räume generieren nicht automatisch neues Personal. Schon jetzt können nicht alle baulich verfügbaren Plätze voll belegt werden.

Aktuell sei die Stadt bemüht, die Möglichkeiten des Tarifrechts auszuschöpfen und damit möglicherweise die Attraktivität des Arbeitsplatzes zu erhöhen. Kurzfristige Erfolge blieben bislang aus. Was bleibt, ist ein jetzt schon untragbarer Zustand für junge Eltern und ein Rückschritt in der Vereinbarung von Familie und Beruf für die betroffenen Eltern, waren sich die Anfragestellerinnen Jutta Kreiselmaier-Schricker (Grüne) und Edith Steig (CDU) einig. Und auch die Zuhörerinnen blieben einigermaßen fassungslos zurück.

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