Ludwigshafen
Irgendwo in LU: Zwei Einwohner beklagen die mangelnde Sauberkeit in der Stadt
Wie gefällt es Ihnen in Ludwigshafen?
Klemz: In Ludwigshafen gefällt es mir schon gut, aber es ist so unglaublich schmutzig. Hier der S-Bahnhof ist zum Beispiel eine große Sauerei. Und in der Ludwigstraße stinkt es überall nach Urin. Ich höre oft von Besuchern, dass Ludwigshafen die schmutzigste Stadt in Deutschland ist.
Das sind ja aber unterschiedliche Zuständigkeiten. In der Ludwigstraße sind die Wirtschaftsbetriebe zuständig, für die Bahnhöfe die Deutsche Bahn …
Klemz: Das ist mir egal. Eine Bürgermeisterin kennt sicher auch die Leute von der Bahn und kann denen sagen, dass der Bahnhof eine Schande ist. Aber ich verstehe es auch nicht. Wenn man die Menschen beobachtet, dann sind gerade die, die sich über den Müll beschweren, auch diejenigen, die ihn einfach auf die Straße werfen. Ich dachte, dass ist hier in Deutschland anders.
Sie stammen aus Ludwigshafen?
Klemz: Raten Sie doch mal, wo ich herkomme.
Von der Sprache her ... Polen?
Klemz: Ganz falsch. Ich stamme aus Brasilien.
Wie kommen Sie von dort nach Ludwigshafen?
Klemz: Ich habe hier in der Pfalz 1995 Urlaub gemacht, und dann habe ich meinen Mann kennengelernt und bin seither hier.
Ich habe mal eine Dame aus Sao Paolo getroffen, die sich ebenfalls in einen Mann aus der Region verliebt hat. Die haben jeweils ein paar Wochen in Brasilien und ein paar Wochen in Deutschland gelebt, ehe sie entschieden haben, wo sie gemeinsam wohnen wollen. War das bei Ihnen ähnlich?
Klemz: Nein. Bei uns war klar, dass ich hier in Ludwigshafen bleibe.
Und woher stammt Ihr Partner?
Steinmann: Ich selbst komme aus Kusel.
Was hat Sie hierher geführt?
Steinmann: Ich habe hier gearbeitet.
Bei einem Chemieunternehmen mit vier Buchstaben?
Steinmann: Nein. Ich war im Hemshof Metzger.
Mit einer eigenen Metzgerei?
Steinmann: Nein. Als Angestellter.
Beim damaligen Ortsvorsteher Michael Oest?
Steinmann: Nein. Ich war an einer anderen Metzgerei.
Sie sind noch berufstätig?
Klemz: Ja. Ich arbeite zum einen bei der Post und habe noch eine Stelle in einem Seniorenwohnheim hier in Süd.
Steinmann: Ohne dieses Einkommen würde es nicht reichen.