Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Interview „Irgendwo in Ludwigshafen“: Ein Feuerwehrmann über besondere Einsätze

Volker Endres im Gespräch mit Torsten Weber.  Foto: KUNZ
Volker Endres im Gespräch mit Torsten Weber.

„Irgendwo in Lu“ sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Montag haben wir vor der Hauptfeuerwache Torsten Weber getroffen. Der 46-jährige Brandamtmann aus Oppau ist seit 1997 bei der Ludwigshafener Berufsfeuerwehr beschäftigt und staunt über die Einsatzzahl in diesem Sommer.

Herr Weber, hatten Sie mit Jugendfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr den klassischen Weg zu Ihrem Beruf genommen?
Nein, gar nicht. Ich kam ohne Vorbelastung zur Feuerwehr. Ein Fußballkollege, Atze Schädler, der selbst Feuerwehrmann war, hat mich damals angesprochen, ob das nichts für mich wäre – und ich habe sofort zugesagt, weil mich Feuerwehr tatsächlich schon immer gereizt hat. Deshalb habe ich auch meine Stelle bei der BASF gekündigt, wo ich vorher Industriemechaniker gelernt hatte.

Wo haben Sie Fußball gespielt?
Erst einmal, klassisch als Oppauer Bub, bei Blau-Weiß. In der A-Jugend bin ich dann zum VfR Friesenheim gewechselt. Später habe ich auch in Oggersheim unter Gerd Backes gespielt, bis ein Kreuzbandriss meine Karriere beendet hat. Aber angesprochen hat Atze Schädler mich noch zu meiner Zeit in Friesenheim.

Von außen habe ich als Beobachter den Eindruck, dass die Feuerwehr in diesem Sommer sehr viele Einsätze hat. Wie fühlt es sich von innen an?
Ja, wir hatten aktuell ein paar richtig große Einsätze. Beim Bauernhofbrand vor knapp zwei Wochen in Oggersheim war ich sogar selbst Einsatzleiter. Aber eine Erklärung für diese Häufung habe ich nicht. Vielleicht liegt das ja auch an den Unwettern, die mit der Hitze einhergegangen sind. Außerdem waren wir in den vergangenen Tagen schon elfmal an der Blies.

Standen dort Keller unter Wasser?
Nein. Dort hat eine Ente einen knapp 20 Zentimeter langen Stock in der Brust. Wir werden regelmäßig von Leuten angerufen, die uns auf diese Ente aufmerksam machen. Aber offensichtlich stört die Ente dieser Stock nicht weiter, denn jedes Mal, wenn wir hinkommen, schwimmt sie entweder weg, oder sie fliegt mit dem Ding sogar. Wir haben die Ente bisher einfach noch nicht einfangen können. Sie kommt bis 20 Zentimeter ans Ufer, aber dann dreht sie ab und schwimmt zurück auf den See.

War das auch Ihr kuriosester Einsatz seit 1997?
Nein, das kann man so nicht sagen. Auch Tierrettung gehört zu unseren täglichen Aufgaben. Wirklich kuriose Einsätze fallen mir eigentlich nicht ein. Wir müssen schließlich jeden Einsatz ernstnehmen.

Die Feuerwache bekommt am Nachmittag Besuch von Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Haben die Feuerwehrleute die vergangenen Tage ihre Freizeit mit Putzen verbracht?
Nein. Wir halten den Besuch aus dem Dienstbetrieb komplett heraus. Die Ministerpräsidentin besucht ja auch nicht unsere Feuerwache im eigentlichen Sinn, sondern sie ist in der neuen integrierten Leitstelle. Diese befindet sich zwar auf unserem Gelände, bildet aber ansonsten eine ganz eigene Einheit, zu der nur ein ausgewählter Personenkreis Zugang hat. Da komme noch nicht einmal ich so ohne Weiteres hinein, und ich bin mittlerweile im höheren Dienst und technischer Einsatzleiter.

Wie lange geht Ihr Dienst noch?
Ich habe am Montagmorgen um 7 Uhr angefangen und bin bis Dienstagmorgen um 7 Uhr hier. Und jetzt muss ich los. Wir haben eine Alarmierung aus dem Klinikum.

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