Ludwigshafen Interview: „Es fehlt eine Nord-Süd- und eine Ost-West-Achse“
Niemand aus unserer Redaktion ist so viel mit dem Rad unterwegs wie unser Fotograf Ralf Moray. Der 61-Jährige lebt in der Gartenstadt und kennt die Ludwigshafener Radwege – vermutlich alle.
Das kann man so nicht sagen, das hängt von den Terminen ab. Manchmal sind es nur zehn oder 15 Kilometer, manchmal sind es 50 oder 100. Es sind im ganzen Jahr etwa 5000 Kilometer. 5000 Kilometer für die RHEINPFALZ oder insgesamt? Nur für die RHEINPFALZ. Privat sind es noch ein paar Tausend Kilometer zusätzlich. Wie ist deine Erfahrung mit den Radwegen in Ludwigshafen? Teilweise sind sie in Ordnung, zum Beispiel an der BASF entlang Richtung Oppau und Edigheim. Teilweise völlig chaotisch, wie von der Gartenstadt nach Oggersheim oder in der Innenstadt. Was ist deiner Meinung nach besonders problematisch? Dass man in der Innenstadt nicht in alle Richtungen fahren kann und zum Beispiel nicht vom Rhein aus in Richtung Hauptbahnhof kommt oder vom Rathaus-Center Richtung Walzmühle oder Berliner Platz. Da geht es nur über die Fußgängerzone, über Bürgersteige oder mit riesigen Umwegen, wie es die Autos auch machen müssen. Es fehlt eine Nord-Süd- und eine Ost-West-Achse in der Stadt. Wie könnte man das ändern? Indem man die Fußgängerzone – also die Bismarckstraße – freigibt oder gewisse Einbahnstraßen gegen die Fahrtrichtung für Radfahrer freigibt. Damit zumindest eine Straße zum Hauptbahnhof befahrbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, von der Innenstadt direkt Richtung Hauptbahnhof zu fahren. Und als Fotograf hat man es besonders eilig. Man muss ja pünktlich sein. Deshalb fahre ich ja mit dem Fahrrad. Da kann ich abschätzen, wie lange ich brauche. Das kann ich mit dem Auto inzwischen nicht mehr. Gibt es Termine, zu denen du dennoch mit dem Auto fährst? Wenn sie weiter als 20 Kilometer weg sind oder wenn die Termine zeitlich so eng zusammen liegen, dass ich es mit dem Fahrrad nicht schaffen kann. Du bist immer mit Helm unterwegs. Nur! Schon immer? Nein. Ich bin als Student und früher viel privat gefahren. Aber seit ich vor sechs Jahren wieder intensiv aufs Rad gestiegen bin, ziehe ich immer einen Helm auf, auch für 500 Meter. Das ist bei mir inzwischen wie beim Autofahren der Sicherheitsgurt: Keinen Meter ohne!