Ludwigshafen In Europa gut vernetzt

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Seit zehn Jahren ist Studiendirektorin Ute Schmitt Pädagogische Leiterin der Berufsbildenden Schule Wirtschaft I (BBS) in Süd. Mit großer Leidenschaft kümmert sich die 50-Jährige dort seit drei Jahren um das European Business Baccalaureate Diploma (EBBD). Schüler, die sich für diesen Abschluss entscheiden, werden in der Oberstufe aufs Studieren, Arbeiten und Leben in ganz Europa vorbereitet.

Ute Schmitt ist ein dynamischer Typ. Die Treppe nimmt die große schlanke Frau leichtfüßig und schwungvoll. An ihr passen eine klassische kurze Jacke und sportliche Sneaker richtig gut zusammen. Schmitt rollt die Augen gen Decke, wenn sie mit der Einschätzung konfrontiert wird, dass angeblich jeder sein Abi auf einem Wirtschaftsgymnasium schafft, der sich auf einem klassischen Gymnasium schwer getan hat. Davon könne heute keine Rede mehr sein, wischt Schmitt dieses Vorurteil beiseite. Die Wirtschaftsfächer, die ihre Schüler belegen müssen, seien schließlich alle sehr mathelastig. „Das ist ganz sicher kein Weg für Jugendliche, die bereits an einem anderen Gymnasium gescheitert sind.“ Für das EBBD gilt das erst recht: Bis Ende des Jahres werden rund 40 Absolventen der BBS dieses spezielle Diplom seit der Einführung vor drei Jahren in der Tasche haben. Von 25 Schülern, die im Durchschnitt pro Schuljahr starten, bestehen am Ende zehn bis 14 die Prüfungen, berichtet die gebürtige Ludwigshafenerin, die inzwischen in Neuhofen lebt. „Die Jugendlichen, die das schaffen, sind gesucht.“ Der Abschluss sei eine gute Eintrittskarte in sehr gefragte Wirtschafts-Studiengänge. Gerade erst ist Ute Schmitt von einem kurzen Trip nach Irland zurückgekehrt. Damit sich die EBBD-Schüler sowohl im internationalen Wirtschaftssystem auskennen wie auch kulturelle und Sprachkompetenzen erwerben können, gehören Auslandspraktika zum Ausbildungsprofil. Mit den Agenturen, die diese an die BBS vermitteln, arbeitet Schmitt eng zusammen, von Zeit zu Zeit auch im Gastland. „Wir haben Partner in England, Irland, Spanien, Italien und Malta“, zählt die 50-Jährige auf. Die Pädagogin hat selbst Erfahrungen in einem Unternehmen gesammelt, bevor sie in ihrer Heimatstadt und an ihrer alten Schule in der Mundenheimer Straße Lehrerin geworden ist. Sie habe Mitte der 80er-Jahre zunächst eine Lehre bei der Deutschen Bank gemacht und dann Wirtschaftspädagogik studiert, erzählt sie. Und dann schließlich in den 90er-Jahren ihr Referendariat. Für das EBBD brennt Ute Schmitt geradezu. In der Metropolregion gebe es inzwischen so viele „Global Player“, erklärt sie. Schüler, die für diese Unternehmen arbeiten wollten, bräuchten einfach eine ganz besondere umfassende Qualifikation. Drei Jahre war die BBS bisher für diesen Abschluss akkreditiert. „Wir stehen nun kurz davor, die Akkreditierung für weitere fünf Jahre zu bekommen“, informiert Schmitt. Abgesehen von ihren Aufgaben in der Schulleitung ist Ute Schmitt auch noch Lehrerin, „ ich unterrichte, wenn auch mit reduziertem Stundenanteil“. Seit acht Jahren allerdings nur noch am Wirtschaftsgymnasium, wo sie regelmäßig einen bilingualen BWL-Leistungskurs übernimmt. Ihr zweites Fach ist Deutsch. Wenn Ute Schmitt mal die Seele baumeln lassen will, dann tut sie das am liebsten beim Schwimmen, in der Sauna oder beim Tanzen mit ihrem Mann.

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