Ludwigshafen „Immer vom Berlin-Marathon geträumt“
„Irgendwo in Lu“ sind wir jede Woche in der Stadt unterwegs auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Bereits kurz vor Silvester haben wir im Sportpark am Südweststadion Monika Kolbenschlag aus Oggersheim getroffen. Die 54-Jährige arbeitet bei der Post und trainiert außerdem ihre eigene kleine Läufergruppe. Und die hat klare und ambitionierte Ziele.
Ja, das könnte man so sehen. Wir sind ein kleiner privater Lauftreff aus sechs Personen und ich bereite einen Mitläufer auf seinen ersten Marathon im neuen Jahr vor. Deshalb laufen wir heute rund eine Stunde hier unsere Bahnen. Starten Sie auch bei einem echten Silvesterlauf? Ja, ich bin gemeinsam mit einem Freund in Schifferstadt dabei. Das gehört zu seinem Vorbereitungsprogramm für den Köln-Marathon. Ich selbst nehme dann noch am Neujahrslauf auf der Weilach teil. Ich glaube, da nehme ich die acht Kilometer. Auch das gehört zu meinem Marathon-Vorbereitungsprogramm. Haben Sie dann überhaupt Zeit, Silvester zu feiern? Klar. Das gehört auch dazu. Ich bin wohl an der Beachbar in Lambsheim. Wie kamen Sie zum Laufsport? Das hat sich irgendwann so ergeben. Ich habe immer davon geträumt, einmal beim Berlin-Marathon mitzulaufen. Eine Freundin hat mir dann einfach die Anmeldeunterlagen dafür in die Tasche gesteckt. Und dann habe ich begonnen, mich darauf vorzubereiten. Das war 1999 und ich bin seither bei elf Marathons mitgelaufen, war in Mainz, Köln und Berlin. Köln wird 2018 der zwölfte Lauf. Der Lauf in Köln ist erst im Oktober. Haben Sie dann schon jetzt über Weihnachten auf die Ernährung geachtet? Nein. An Weihnachten wurde geschlemmt. Auf die Ernährung achte ich erst in der letzten Vorbereitungsphase. Ich vermisse in der Aufzählung der Marathons ein wenig den Dämmermarathon Rhein-Neckar hier vor der Haustür … Ja. Da bin ich letztes Jahr nur mal den Halbmarathon mitgelaufen. Für meinen Mitläufer, den ich auf die 42 Kilometer vorbereite, käme der Lauf im Mai zu früh. Immerhin trainiere ich ihn sozusagen von Null auf 42. Er durfte sich dafür einen Lauf aussuchen und hat sich eben für Köln im Oktober entschieden. Von den Silvesterläufen abgesehen: Welche Traditionen pflegen Sie zum Jahreswechsel? Früher haben wir noch Bleigießen gemacht, aber das machen wir seit Jahren nicht mehr. Und auch Feuerwerk gibt es nicht mehr, auch wenn ich es mir gerne ansehe. Vielleicht zünde ich ja eine Wunderkerze an, oder ich trage zum Jahreswechsel rote Unterwäsche, aber das verrate ich nicht. Sie stammen aus Oggersheim. Warum laufen Sie hier am Südweststadion? Wir sind hier, weil es sehr zentral für alle ist. Schließlich stammen wir alle aus den verschiedensten Ecken von Ludwigshafen. Und wie oft laufen Sie? Wir treffen uns drei Mal in der Woche in wechselnder Besetzung. Je nachdem, wer wann arbeiten muss. Was machen Sie selbst beruflich? Wo arbeiten Sie? Ich bin bei der Post in der Sortierung. Oh, dann hatten Sie vor Weihnachten sicher viel zu tun? Das kann man so sagen. Da war wirklich viel los. Aber auch dafür ist Laufen ein guter Ausgleich.