Ludwigshafen Im zweiten Jahrhundert
„Auf seine ureigene Aufgabe konzentrieren“ will sich der Protestantische Kirchenchor Mutterstadt nach Angaben von Klaus Metzner, Vorsitzender des Freundeskreises. Das bedeutet konkret: besondere Gottesdienste mitgestalten, ein Festkonzert geben und eine Feier für die Aktiven organisieren. Denn in Mutterstadt wird laut Metzner aufgrund des 1250-jährigen Bestehens der Gemeinde, des 500-Jährigen des Kirchturms und 500 Jahren Reformation einiges los sein. Die Planung: Am 1. April wird sich der Chor am Freundschaftssingen der Mutterstadter Gesangsvereine beteiligen. Das Jubiläumskonzert ist für den 21. Mai geplant, unter anderem wird ein Werk uraufgeführt, das speziell zum Chorjubiläum komponiert wird. Zudem beteiligen sich die Sänger an den Reformationsfeierlichkeiten und gestalten am 5. November einen Gottesdienst. Im Anschluss ist eine Feier mit Ehrungen geplant. Das Erfolgsrezept: Der Zusammenhalt und das Weiterentwickeln sind es, was die Chorarbeit immer weiter vorantreiben. Vor circa zehn Jahren wurde mit intensiver Nachwuchsarbeit begonnen, der Kinderchor ist mittlerweile fest installiert und arbeitet auch mit dem Kinderchor der katholischen Kirchengemeinde zusammen. Metzner freut, dass mehrere Flüchtlingsfamilien ihre Kinder zur Integration im Chor singen lassen. Der Projektchor habe mit den Proben von Schindlers Jazz-Messe den Einstieg in die geistliche Popularmusik gewagt und der Hauptchor bereichere vor allem die Gottesdienste kirchenmusikalisch. Aber gerade das gemeinsame Singen zu bestimmten Anlässen festige das Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Wünsche: „Wir wünschen uns, dass noch mehr Menschen ihre Freude am gemeinsamen Singen entdecken und als persönliche Bereicherung erleben werden“, sagt Metzner. „Wir laden alle ein, das Experiment singen zu können, zu wagen.“ Besonders freue man sich im Chor über männliche Stimmen. 130 Jahre MGV Frohsinn Rödersheim Das Jubiläum: „130 Jahre des Gesamtvereins ist kein klassisches rundes Jubiläum und löst daher keine Planungsüberlegungen im großen Stil wie zum Beispiel bei der 125-Jahrfeier aus“, sagt Pressewart Gerhard Schaa. Außer dem Gesamtjubiläum wird der Kinderchor „Swinging Kids“ zehn Jahre alt. Die Planung: Die fünf Frohsinnschöre präsentieren sich im Dezember bei einem Kirchenkonzert in der katholischen Kirche St. Leo Rödersheim. „Ein Kirchenkonzert ist immer wieder ein herausragendes Ereignis für einen weltlichen Gesangsverein“, findet Schaa. Anlässlich des Zehnjährigen der „Swinging Kids“ wird im September das Musical „Tuishi Pamoja“ im Sängerheim aufgeführt. Der Männerchor, den es als einzigen der fünf Chöre seit 130 Jahren gibt, wird die Abschlussveranstaltung des ersten Kreischorfests am 20. Mai eröffnen und an einem Singen mit Begutachtung teilnehmen. „Auch das ist eine schöne und besondere musikalische Herausforderung.“ Das Erfolgsrezept: Um einen Verein auf Erfolgskurs zu halten, sind laut Schaa mehrere Dinge notwendig: offen sein für Neuerungen, attraktive Angebote haben, sich aktiv sich am Dorfleben beteiligen, interessant und modern in der Außenwahrnehmung bleiben, neue Techniken einbinden und das Sängerheim pflegen. Um die Jugend weiterhin zu fördern, kooperiert der Verein ab Februar mit der Kreismusikschule und bietet im Sängerheim musikalische Früherziehung an – die „Musikmäuse“ für Kinder von eins bis drei Jahren und die „Rasselbande“ für Kinder ab vier Jahren. Die Wünsche: „Dass der Frohsinn Rödersheim immer mehr für musikalische Qualität in der Chorarbeit sowie interessante Konzerte an besonderen Orten steht“, wünscht sich Schaa. Zudem soll das vielfältige Angebot erhalten bleiben und das „Sängerheim ein Mehrgenerationenhaus für die Frohsinns-Familie“ bleiben, sich auch „immer mehr zu einer Seminarstätte“ weiterentwickeln und so ein neues Profil gewinnen. 150 Jahre MGV Altrip Das Jubiläum: Mit 150 Jahren stehe man im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, berichten MGV-Vorsitzende Andrea Werner und Schriftführerin Monika Gaß. Es gelte, die Leistungen der Vergangenheit zu würdigen und gleichzeitig den Verein zeitgemäß weiterzuentwickeln. In Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr wurde daher zum Beispiel das Vereinslogo neu designt. Die Planung: Werner und Gaß wünschen sich, dass das Jubiläumsjahr den Mitgliedern als etwas Besonderes in Erinnerung bleibt. Eröffnet wird das Jubiläumsjahr mit einer Matinee am 22. Januar. Die Geschichte des Vereins wird mit dem Gemischten Chor, den Young Voices und der Theatergruppe Altribühne Revue passieren gelassen. Zudem wird es unter dem Titel „150 Jahre Tradition und Aufbrüche“ eine Festschrift geben. Am 2. April führt die Theatergruppe die Komödie „Singvögelchen“ auf. Die Young Voices werden am 20. Mai ein Jubiläumskonzert bestreiten. Für August ist eine „Night of linedance“ mit Workshops für Linedancer und Schnupperangeboten geplant. Eine alte Tradition lebt am 28. Oktober wieder auf: der Tanzball mit Live-Musik im Reginozentrum. Das Erfolgsrezept: Vom Männergesangverein, zum Gesangverein mit Gemischten Chören und heute zum musischen Verein mit Singen, Tanzen und Theater – das ist laut Werner und Gaß ein Weg, den man gemeinsam gehen muss: die Vereinsführung mit Visionen und offenem Ohr und die Mitglieder, die sich aktiv einbringen. Gemeinschaft, Engagement und Entwicklungsfähigkeit sind die Säulen des Vereins. Die Wünsche: Die Angebote sollen Interesse wecken, einen Beitrag zum Miteinander und zur Steigerung der Lebensqualität leisten und den Zusammenhalt stärken. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich einerseits „die politische Rahmenbedingungen erhalten und verbessern, damit wir unser Angebot aufrechterhalten und weiterentwickeln können“ und weiterhin „immer Menschen und Intuitionen finden, die sich engagieren und uns fördern“. Werner und Gaß blicken freudig der Renovierung des Reginozentrums in den nächsten Jahren entgegen: „Ein zeitgemäßes Veranstaltungshaus ist für Kulturschaffende Vereine existenziell und ermöglicht es uns, mit tollen Angeboten das Leben in der Gemeinde zu bereichern.“ 155 Jahre Gesangverein Fußgönheim Das Jubiläum: „Bis 1987 feierte unser Gesangverein sein Bestehen im Rhythmus von fünf Jahren“, berichtet Schriftführerin Ursula Dietze-Doeringer. Danach entschloss man sich, die runden Geburtstage alle zehn Jahre mit einem bis zu drei Tage dauernden Freundschaftssingen zu begehen. In diesem Jahr feiert der Verein noch ein zweites Jubiläum: Seit 40 Jahren ist er im Besitz seines Sängerheims – dem 1744 von den Grafen von Hallberg erbauten katholischen Schulhaus, das in Eigenleistung renoviert wurde. Die Planung: Mit einem Sommerfest im Garten will der Verein das Sängerheim-Jubiläum feiern. Das Erfolgsrezept: Einen Beitrag zum sozialen und kulturellen Leben in der Verbandsgemeinde zu leisten, ist laut Dietze-Doeringer unerlässlich – beispielsweise mit der Teilnahme an Traditionsveranstaltungen wie Dorffesten. Außerdem gibt es zahlreiche Vereinsveranstaltungen wie Dampfnudelessen oder ein Herbstfest für Mitglieder und Bürger. Die Wünsche: „Wir wünschen uns neue Mitglieder, gerade aus den jüngeren Generationen, die mit Engagement und Durchhaltevermögen einen kleinen Beitrag zum Weiterbestehen des Vereins leisten können“, sagt Dietze-Doeringer und berichtet von der guten Gemeinschaft im Verein. „Diese Gemeinschaft zu pflegen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Mal ganz abgesehen davon, dass Singen gute Laune macht und sowohl passiv als auch aktiv genossen gesund hält.“