Ludwigshafen Ideen für die Innenstadt

Placeholder-Image

Die Innenstadt, das ist das Problemkind der Stadt. Und das, da waren sich alle Teilnehmer in der Runde einig, ist zugleich auch das buchstäbliche Kernproblem Ludwigshafens. Denn das Image der Stadt gehe von der City aus. Und das ist weder optimal noch unbedingt etwas Neues. Viele in der Stadt zerbrechen sich deshalb lange schon ihre Köpfe darüber, was geschehen muss, um die Situation grundlegend zu verbessern. Sieben von ihnen saßen am Donnerstagabend auf dem Podium im Europa-Hotel: der Makler Georg Kuthan, zugleich Initiator der Veranstaltung, Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger (CDU), Michael Cordier von der Marketinggesellschaft Lukom, Thomas Traue, Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorderpfalz, Michael Kaufmann, Intendant der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Clemens Körner, Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, sowie RHEINPFALZ-Lokalchef Steffen Gierescher, der moderierte. Kuthan hatte zu der Veranstaltung nicht einfach so eingeladen – bloß um ein bisschen über die Lage der Dinge zu diskutieren. Der Immobilienmakler hatte auch eine Idee im Gepäck, wie die Innenstadt seiner Meinung nach gerettet werden könnte. Nämlich durch ein Outlet-Center. Weil aber Outlet irgendwie nach out klingt, hat Kuthan seiner Idee den Namen InLu-City gegeben. Die vielen Leerstände böten für ein solches Center eine echte Chance, warb der 60-Jährige für seine Idee – sein Slogan: die vermeintliche Schwäche der City als Stärke darstellen. Dezernent Dillinger, zugleich Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG), fand die Outlet-Idee zwar gut, gab allerdings zu bedenken, dass der Weg dorthin „ein harter“ werden würde. Bevor man Investoren gewinnen könnte, bedürfe es zunächst etwa der Einigkeit von 30 bis 40 Immobilienbesitzern in der City und eines Gesamtkonzepts. Man müsse sich zunächst also „zusammenraufen“. Dass die City mit Bismarck- und Ludwigstraße nie wieder so aussehen wird wie früher, steht auch für Lukom-Chef Cordier fest. Internet-Handel, die Geschäfte auf der grünen Wiese und Einkaufszentren wie die Rhein-Galerie machten diesen Veränderungsprozess unumkehrbar. Cordiers Vision des künftigen Zentrums sieht deshalb mehr Platz vor für studentisches Wohnen, für Büros und Nahversorger. Der frühere Geschäftsmann warnte deshalb auch davor, die Attraktivität Ludwigshafens weiterhin über dessen Fußgängerzonen zu definieren. Stattdessen sollte vielmehr hervorgehoben werden, was die Stadt alles zu bieten hat: 110.000 Arbeitsplätze etwa, gute Wohngegenden, viele kulturelle Angebote und – aller Unkenrufe zum Trotz – nicht weniger als rund 300 organisierte Einzelhändler. „In Ludwigshafen kriegt man alles, was man braucht“, sagte Cordier. Wer aber meine, trotzdem „über die Brücke“ gehen zu müssen, solle das gerne tun, „aber reden sie Ludwigshafen nicht schlecht, das ist wichtig fürs Image“, mahnte der Lukom-Geschäftsführer. Näher daran, in nächster Zeit Wirklichkeit zu werden als Outlet-Ideen und Innenstadt-Visionen, ist die lange Stadtstraße, die die Hochstraße Nord ersetzen soll, und das Stadthaus auf dem Berliner Platz, das der „Tortenschachtel“ folgen soll. Landrat Körner erwartet sich von der künftigen Stadtstraße auch eine Belebung der Gegend um das Kreishaus am Europaplatz, Sparkassen-Vorstandsmitglied Traue vom neuen Stadthaus eine Belebung der Innenstadt. Schließlich sei eine lebendige Innenstadt auch für die Sparkasse selbst von Bedeutung, „das hat was mit Standortqualität zu tun“, sagte Traue. Impulse für mehr Leben in der City könnte auch die Kultur setzen, merkte Philharmonie-Intendant Kaufmann, an. „Da könnten wir sicher etwas machen“, warb er dafür, „sein“ Haus gerne im Interesse der Stadt „zu benutzen“. Zahlreiche Anregungen, wie die City belebt und das Image der Stadt aufpoliert werden könnte, kamen auch aus den Reihen des Publikums. Unter anderem wurde dazu geraten, in Sachen Bekleidungs-Geschäften nichts zu unternehmen, was den Mannheimer Platzhirsch Engelhorn stören könnte, sondern diesen vielmehr mit ins Boot und auf die andere Rheinseite zu holen. Und ein weiterer Besucher monierte, die BASF würde zu wenig zur Stadt stehen. Dabei könnte das Weltunternehmen einen guten Teil dazu beitragen, Ludwigshafen in ein besseres Licht zu rücken.

x