Ludwigshafen „Ich war Feuer und Flamme“
Ich hatte schon als Kind eine Vorliebe für Technik und große Fahrzeuge. Nach einer Ausstellung, auf der sich auch die Feuerwehr vorgestellt hatte, war dann klar: Das will ich auch machen! Eigentlich kann man erst ab zehn Jahren bei der Jugendfeuerwehr einsteigen. Ich war aber so „Feuer und Flamme“, dass ich bereits mit acht angefangen habe (lacht). Mit 16 bin ich dann in den aktiven Dienst übergegangen. Seit dem 1. Januar bin ich Wehrführer der Einheit Oppau, davor war ich die letzten fünf Jahre Stellvertreter. Wann wird die Freiwillige Feuerwehr gebraucht? Immer dann, wenn die Berufsfeuerwehr ausgelastet ist. Wenn die Kollegen auf einen Einsatz ausrücken, besetzen wir beispielsweise die Feuerwache 2 in Oppau. Wenn noch etwas passiert, übernehmen wir. Oder wir werden direkt als Verstärkung dazu gerufen. Das kommt vor allem bei größeren Einsatzlagen vor. Wie viele Einsätze haben Sie normalerweise? Aktuell haben wir dreimal im Monat, an zwei Samstagen und einem Donnerstag, Dienst. Was zusätzlich kommt, ist ganz unterschiedlich. Durchschnittlich gehen wir von etwa drei Alarmierungen pro Monat aus. Generell ist es so, dass die Zahl der Einsätze steigt. Unseren Rekord aus dem letzten Jahr – 40 Alarmierungen – haben wir dieses Jahr bereits im Mai geknackt. Hauptberuflich arbeiten Sie bei der BASF. Wie lässt sich die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr mit Ihrem Job vereinbaren? Wir haben alle einen Funkmeldeempfänger. Darüber werden wir alarmiert. Wenn es die Arbeit zulässt, kann ich bei einem Einsatz sofort gehen. Die BASF ist da zum Glück sehr kulant. Bei kleineren Unternehmen, die weniger Mitarbeiter haben, kann es auch anders aussehen. Die Stadt Ludwigshafen bezahlt den Unternehmen den Dienstausfall. Wie wichtig ist die Freiwillige Feuerwehr neben der Berufsfeuerwehr? Sehr wichtig. Im Prinzip ergänzen wir die Kollegen. Da es mittlerweile immer mehr Einsätze gibt, wird die Freiwillige Feuerwehr auch immer wichtiger. Vor genau fünf Jahren war ich mit dem Team sogar für eine Woche in unserer Partnerstadt Dessau. Damals gab es dort Hochwasser und wir mussten die Kollegen vor Ort unterstützen. Auch in solchen Situationen können wir helfen. Wo liegen die Unterschiede zur Berufsfeuerwehr? Die Grundausbildung bei der Berufsfeuerwehr ist intensiver. Die werden zum Beispiel auch zum Rettungssanitäter ausgebildet. Das gibt es bei uns bisher nicht. Aber wir sind dabei, die Ausbildungen anzugleichen. Dem Feuer ist es nämlich egal, wer zum Löschen kommt. Die Verantwortung ist die gleiche. Haben Sie bei der Freiwilligen Feuerwehr Nachwuchssorgen? Ja! Es kommen zwar immer mal wieder welche dazu. Aber momentan sind wir in Oppau 37 Kollegen. Im ganzen Stadtgebiet, mit den Freiwilligen Feuerwehren in Ruchheim und Mitte, sind wir etwa 130 Kollegen, darunter neun Frauen. In den nächsten Jahren wollen wir versuchen, die Anzahl der Kameradinnen und Kameraden deutlich zu steigern, um künftigen Anforderungen gerecht zu werden. Gibt es Voraussetzungen, um der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten? Nein, eigentlich nicht. Wir haben unsere Jugendfeuerwehr von zehn bis 16 Jahren. Danach kann man den zweijährigen Grundlehrgang machen. Für die Atemschutzgeräte braucht man einen weiteren Lehrgang, die darf man allerdings erst ab 18 tragen. Ab dann kann man im Brandfall eingesetzt werden. Am Sonntag veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Oppau den Erlebnistag. Was erwartet die Besucher? Der Tag startet um 10 Uhr mit dem Einzug der Huddelschnuddler. In diesem Jahr feiern wir auch 40 Jahre Jugendfeuerwehr Oppau und 100 Jahre Berufsfeuerwehr Ludwigshafen. Ansonsten haben wir ein tolles Programm mit vielen Gästen und Überraschungen.