Ludwigshafen „Ich würde gerne Nationalspieler werden“

(lacht lange) Nein, eigentlich nicht. Aber zumindest eine Vorliebe müssen Sie für diesen Buchstaben haben: Ludwigshafen war Ihr Verein, Lübbecke ist Ihr Verein momentan und Lemgo wird ab Juli Ihr Verein sein. Das ist richtig. Das finde ich auch lustig, deshalb musste ich ja so lachen, aber es kam nunmal so. Warum schließen Sie das Kapitel Lübbecke nach zwei Jahren? Ich muss an meine sportliche Zukunft denken. Mein Vertrag endet in Lübbecke nach dieser Saison. Die Bundesliga ist etwas ganz anderes als die Zweite Liga. Ich möchte schon gerne weiter Bundesliga spielen, wenn sich die Chance ergibt. Und die hat sich ergeben. Lemgo kam auf mich zu. Es gab auch noch andere Klubs, aber ich habe mich dann recht schnell für den TBV Lemgo entschieden. Das ist ein namhafter Verein. Das Umfeld ist absolut in Ordnung. Lemgo ist jetzt keine große Stadt. Doch die Halle ist super und die Mannschaft genial. Ein Vorteil für mich ist, dass Andrej Kogut (Kogut und Klimek spielten bei der TSG Friesenheim zusammen, Anmerkung, die Redaktion) dort spielt. Haben Sie den „Immobilienmakler“ Kogut denn schon kontaktiert? Er hat nämlich jüngst in einem Interview mit unserer Zeitung gesagt, dass er Ihnen gerne bei der Wohnungssuche behilflich ist. Nein. Aber die Wohnungssuche war schon lose ein Thema. Derzeit aber konzentriere ich mich auf den Abstiegskampf mit Lübbecke. Ich werde mich dann intensiver ab März damit beschäftigen. Dann werde ich Andrej Kogut auch kontaktieren. Nettelstedt-Lübbecke steht am Tabellenende. Nachdem nun der HSV Hamburg nach dem Finanzskandal als erster Absteiger feststeht, hat sich die Situation geändert. Schöpfen Sie da neuen Mut? Ganz ehrlich, mich interessiert nicht, ob es zwei oder drei Absteiger gibt. Es geht ums sportliche Überleben. Wir müssen schauen, dass wir da unten so schnell wie möglich rauskommen. Das Team wurde vor der Saison zusammengewürfelt. Wir haben sechs neue Spieler bekommen und hatten nur sechs Wochen Zeit, uns zu finden. Die Mannschaft ist jung und relativ unerfahren. Wir haben drei Profis, die mehr als drei Jahre Bundesligaerfahrung haben. Der Rest im Team spielt seine erste oder zweite Bundesliga-Runde. Und je tiefer wir nun in den Abstiegsstrudel schlittern, desto schwieriger wird es. Wir müssen schauen, dass wir aus den ersten sechs Spielen nach der EM-Pause sechs Punkte holen. Dann wären wir wieder gut im Rennen. Wir haben noch acht Heimspiele. Eines davon ist gegen die Rhein-Neckar-Löwen. Das können wir mal abhaken, aber wir spielen zu Hause gegen Lemgo, Balingen, Stuttgart, Eisenach und den Bergischen HC. Diese Duelle müssen wir gewinnen und auswärts noch den ein oder anderen Punkt holen. Dann schaffen wir den Klassenverbleib. Die deutsche Nationalmannschaft spielt eine tolle Europameisterschaft in Polen. Überrascht Sie das Auftreten? Das ist eine junge Mannschaft, die zum ersten Mal so ein großes Turnier in dieser Konstellation spielt. Das ist eine super Werbung für uns. Ich ziehe den Hut vor dem Team. Sie sind 26 Jahre alt. Da ist der Zug noch nicht angefahren für die Nationalmannschaft. Ist das ein Ziel für Sie? Es wäre super, einmal Nationalmannschaft zu spielen. Das will doch jeder Leistungssportler. Natürlich mache ich mir Hoffnungen, und würde gerne Nationalspieler werden. Aber ich gehe jetzt erst einmal einen Schritt nach dem anderen. Ich habe immerhin schon erreicht, dass ich Bundesliga spielen darf und das auch noch für die nächsten zwei Jahre. Damit hätte doch vor vielen Jahren niemand gerechnet. Kann diese EM in Polen der Wendepunkt im deutschen Handball werden? Wir haben im Moment die mediale Aufmerksamkeit. Aber ich befürchte, das wird nicht lange andauern. Deutschland wurde 2007 im eigenen Land Weltmeister. Danach gab es einen Boom, der ein Jahr anhielt. Wir werden nach der EM wieder einen kleinen Hype haben. Doch, glaube ich, wird dieser sehr überschaubar werden. Handball kann mit dem Fußball nicht mithalten. Es müsste sich im Handball strukturell einiges ändern. Sie waren lange an der Bandscheibe verletzt. Bereitet Ihnen das noch Probleme? Nein. Ich habe alles im Griff. Ich trainiere auch fleißig, damit es nicht noch einmal vorkommt. Ich mache zweimal die Woche extra Krafttraining und spezielles Rückentraining. Dazu kommen noch spezifische Übungen für mich als Kreisläufer.