Ludwigshafen „Ich sehe die Anstoßzeiten bis jetzt kritisch“
Natürlich ist so ein Start überraschend. Aber so ganz überraschend kommt er auch wieder nicht. Im Endspurt der vergangenen Saison hat sich bei uns etwas entwickelt. In der Vorbereitung setzte sich das fort. Und nun haben wir drei gute Spiele gezeigt, zwei davon gewonnen. Sind das vier Bonuspunkte oder waren die einkalkuliert? Das waren sogenannte Kann-Spiele. Ein Sieg in Erlangen und ein Sieg zu Hause gegen Leipzig waren in unserer Planung kein Muss. Aber Erfolge sind wichtig und wir haben unser erstes kleines Ziel erreicht. Wie lautete das? Nach den ersten vier Spielen wollten wir vier Punkte haben. Nun geht es zu den Eulen Ludwigshafen. Die Bilanz des Aufsteigers ist nicht so gut: drei Spiele, drei Niederlagen. Lemgo ist also klarer Favorit. Schon das Testspiel hat der TBV mit 29:25 gewonnen. Erhöht das den Druck bei Lemgo oder liegt der Druck bei den Eulen, endlich mal gewinnen zu müssen? Wir haben keinen großen Druck. Die Eulen müssen endlich mal etwas Zählbares holen. Da sie in eigener Halle spielen, stehen sie eher unter Druck als wir. Wir haben schon vier Punkte und fahren deshalb entspannt nach Ludwigshafen. Warum läuft es so gut? Der Aufwärtstrend begann schon die letzten fünf Spiele der vergangenen Saison. Da haben wir ein System gefunden, das zu uns in Abwehr und Angriff sehr gut passt. Zuvor hatte jeder Spieler so ein bisschen was beigetragen. Jetzt gibt es klare Regeln, vor allem in der Abwehr. Somit haben wir die System- und leichten Fehler stark minimiert. Außerdem haben wir uns sehr gut verstärkt. Die Verstärkungen sind ein gutes Stichwort: Van Olphen und Guardiola sind zwei starke, erfahrene Leute. Welchen Anteil haben die beiden am derzeitigen Höhenflug? Guardiola, van Olphen aber auch unser neuer Torwart Peter Johannesson haben sich toll eingefügt. Sie geben in der Abwehr Anweisungen und bringen die ein oder andere Idee mit ein. Diese Runde gibt es zwei Absteiger. Erleichtert dies das Saisonziel, besser als Platz 13 abzuschneiden, zu erreichen? Die vergangenen zwei Jahre hatten wir genug mit dem Abstiegskampf zu tun. Ich hoffe, das war es für eine gewisse Zeit. Wir wollen so früh wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wer wird Ihrer Meinung nach diese Saison im Abstiegskampf stecken? Die Aufsteiger haben es schwer. Erlangen und Leipzig waren da die Ausnahme. Sie sind ja schon mit einem Erstliga-Etat aufgestiegen. Vieles wird davon abhängen, wie verletzungsfrei die Mannschaften bleiben. Wenn in einigen Teams zwei wichtige Spieler ausfallen, trifft das diese Mannschaften enorm. Das wird nicht so einfach zu kompensieren sein. Was trauen Sie den Eulen zu diese Runde? Sie haben jetzt mit zwei Absteigern die große Chance, drin zu bleiben. Benny wird ein gutes Händchen haben. Sie probieren viel aus, gerade in der Deckung. Wenn Torwart Kevin Klier einen verdammt guten Tag erwischt, wird es schwer für jeden Bundesligisten, Tore zu erzielen. Aber es muss alles zu 100 Prozent klappen, um Erfolg zu haben. Die Eulen haben eine junge Mannschaft. Einige haben noch keine Bundesliga-Erfahrung. Durch den neuen Vertrag mit dem Privatsender Sky haben sich die Anstoßzeiten verändert. Welche Erfahrungen haben Sie bislang damit gemacht? Zunächst einmal finde ich es gut, dass Handball präsenter im Fernsehen ist. Wir haben bislang zweimal sonntags um 12.30 Uhr gespielt. Die Halle war nicht ausverkauft, auch nicht gegen die Löwen. Daher sehe ich die Anstoßzeiten bis jetzt kritisch. Was bringen uns Zuschauer, die im Fernsehsessel zu Hause die Spiele sehen und dadurch weniger Zuschauer in die Halle kommen? Aber es sind bislang erst drei Spiele absolviert.