Leichtathletik
„Ich habe gemerkt, dass ich was kann“
Der Kopf klar, die Beine stur: „Ich hatte das Zeug, alles abrufen zu können, aber es ging nicht besser“, sagte Samantha Borutta nach ihrem Olympiadebüt in Tokio. Die U23-Europameisterin, die am Samstag 21 Jahre alt wird, fand schwer in den Qualifikationswettkampf. „Beim Einwerfen habe ich beide Würfe außerhalb des Sektors platziert, ich hatte ein paar Probleme mit dem Stand im Ring“, sagte sie in der Mixed Zone, in die sie lachend, schwitzend und mit Maske kam. Auch beim ersten gemessenen Versuch klappte es noch nicht ganz. Der 4-kg-Hammer streifte den Käfig und landete bei 57,00 Meter. Sie überlegte kurz, ob sie übertreten solle, ließ den Versuch aber anschreiben.
Alles in allem habe sie gemerkt, dass sie auf dem richtigen Weg sei: „Klar muss ich noch härter arbeiten und an der Technik feilen, aber ich glaube, dass ich eine Zukunft im Hammerwerfen habe.“ Ihre Eltern Annette und Peter haben sie Zuhause in Mutterstadt gerade in dieser Saison ziemlich weit nach vorne gebracht. Mit ihrem neuen Vereinstrainer Helge Zöllkau bei Bayer 04 Leverkusen, der auch ihr Bundestrainer ist, steigerte sie sich. Im Juni übertraf Borutta dann die 70-m-Marke. Ihr Debüt bei den Olympischen Spielen beendete die deutsche Meisterin auf Platz 24. Ihr Weite: 67,38 Meter. Das sind fast vier Meter unter ihrer Bestweite.
Von Unterkunft begeistert
Begeistert zeigte sie sich vom Vorbereitungslager im Süden Japans, in Miyazaki. Dort war Borutta fast eine Woche, ehe sie nach Tokio ins Olympische Dorf übersiedelte, das sie am Dienstag wieder Richtung Heimat verlassen muss. „Es war richtig super organisiert. Unser Hotel war nett. Es gab da eine grüne Wiese, die wir nutzen konnten, ohne immer auf dem Hotelzimmer zu sein. Sportlich war die Vorbereitung super“, erzählt sie.
An Maske, Abstand halten und all das hat sie sicher gewöhnt, auch im Dorf. „Man merkt schon, dass es ein Bett aus Pappe ist, schon ganz lustig“, sagt sie lachend. Wir haben ein Apartment zu viert, verstehen uns gut. Mit dem Zimmer kommt man gut klar. Alles ist klimatisiert“, gibt sie einen kleinen Einblick in die Wohnsituation: „Ich schaue aber auch immer, dass ich mich schütze. Ich habe immer ein paar Jacken dabei.“
Nun ist ihre Saison vorbei, die „unglaublich“ war. „Ich habe gemerkt, dass ich mich gesteigert habe und ich was kann“, sagte Samantha Borutta, die sich auf die Eltern, den Hund und den Urlaub freut. Wohin es geht, weiß sie noch nicht. Ist ja in Coronazeiten auch nicht so einfach.
