Ludwigshafen Hut ab vor Krimihelden
Ludwigshafen. Sieben Sekunden vor dem Ende, es steht 30:30: Philipp Grimm geht zum Punkt, verwandelt den Siebenmeter. So feiert Handball-Zweitligist TSG Lu-Friesenheim gegen ASV Hamm-Westfalen einen 31:30 (14:14)-Sieg.
„Ich habe schon im Hinspiel in Hamm in der Schlusssekunde das Siegtor geschossen. Ich bin in der Runde sehr, sehr sicher bei den Siebenmetern. Heute habe ich zwar zwei vergeben, aber das bringt mich nicht aus der Ruhe“, sagte Philipp Grimm, der zehn Treffer zum Sieg beisteuerte. „Philipp ist ein alter Hase und ein geiler Typ. Mir war klar, dass er den rein macht“, betonte Kai Dippe, der den letzten Siebenmeter erarbeitet hatte. Mit sechs Treffern war der Kreisläufer neben Grimm und Stefan Lex der herausragende Spieler der „Eulen“. Im Tor der TSG startete Roko Peribonio stark, ja spektakulär. Nach 46 Sekunden seine erste Parade, nach 87 Sekunden die zweite – die beiden Gegenstöße nutzte Kapitän Grimm zu zwei Treffern. „Ein optimaler Start. ich bin super ins Spiel gekommen. Wir waren aggressiv, haben dann ein paar Chancen nicht genutzt“, sagte Peribonio, der bis zur Pause neun Bälle abwehrte. Nach dem Seitenwechsel verließ ihn das Glück, vor allem Ondrej Zdrahala und Julian Possehl überlisteten ihn in Serie. So machte Peribonio beim Stand von 25:24 Platz für Kevin Klier. Der kam, hielt gleich zweimal großartig gegen Björn Zintel und half mit fünf Paraden zu siegen. „Wir haben innerhalb von 48 Stunden zum zweiten Mal gespielt, Hamm hatte sechs Tage Pause. Ich habe mich nach 40 Minuten im Tor schon müde gefühlt und kann mir vorstellen, wie das bei den anderen auf dem Feld erst war“, sagte Peribonio: „Benny Matschke hat immer das richtige Gefühl für den Zeitpunkt, wann er im Tor wechseln muss.“ „Ich wusste ja , dass Kevin Klier hier gesetzt ist. Er spielt seit Jahren herausragend. Ich kann aber auch viel von ihm lernen“, unterstrich Peribonio, der sich sehr gut mit seinem „Rivalen“ versteht. Klar, jeder will spielen, aber die beiden sehen sich inzwischen mehr als Kollegen denn als Rivalen. Das Verhältnis zwischen der Nummer 1a und der Nummer 1b ist eher freundschaftlich. Große Harmonie im „Eulen“-Nest. Den Hut vor seiner Mannschaft zog am Ende Niels Pfannenschmidt, der Coach des ASV Hamm-Westfalen. „Mit ,Apollo’ fiel heute der fünfte Stammspieler aus“, sagte der Trainer mit Blick auf Stephan Just, den Ex-Friesenheimer. „Der Rücken, mal wieder, das wird mich bis zum Lebensende begleiten“, bedauerte der einstige Liebling der TSG-Fans, nur zuschauen zu können. Er wurde sehr freundlich begrüßt und verabschiedet. Strahlend kam TSG-Trainer Ben Matschke, der livehaftige Sonnenschein, zum Pressegespräch im Hallenfoyer. „Der Puls geht langsam runter! Leut’ was für ne’ geile Mannschaft, was für ne’ geile Unterstützung“, schwärmte Matschke, der sein Team läuferisch und kämpferisch herausragend sah: „Gefühlt hatten wir kein Freitagsspiel.“