Ludwigshafen
Hochstraßenabriss könnte zwei Jahre schneller gehen
Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) sprach am Donnerstag von einer „kleinen Verschwenkung mit großer Wirkung“ – gemünzt auf den Abriss der 1,8 Kilometer langen und irreparabel beschädigten Hochstraße Nord (B 44). Einem Stadtratsbeschluss von 2014 zufolge soll sie auf 860 Metern Länge durch eine ebenerdige Stadtstraße ersetzt werden.
Die Überlegung der Stadtspitze: Würde der Verlauf der Stadtstraße um eine Nuance nach Süden verlegt, so die mit Ingenieuren ausgetüftelten Pläne, dann könnte diese gebaut werden, während der Verkehr auf der Nordtrasse weiterläuft. Eine Kollision beider Bauprojekte würde damit vermieden. Der Abriss der Brückenkonstruktion könnte demnach etwa im Jahr 2026 beginnen. Bis dahin soll der Ersatzbau für die Hochstraße Süd (B 37) stehen. Deren 500-Meter-Teilstück Pilzhochstraße ist bereits zu etwa 70 Prozent abgetragen. Ende November wurde es als einsturzgefährdet eingestuft.
Von acht auf sechs Jahre
Die entscheidenden Vorteile dieser laut Steinruck optimierten Variante wären, dass die ursprünglich veranschlagte Bauzeit für den Nordkomplex von mindestens acht Jahren um gut zwei Jahre verkürzt, die Kosten verringert und die Staugefahr erheblich eingedämmt werden könnten. Mit drastischen Verkehrsbehinderungen sei nur zu rechnen, wenn die Stadtstraße an den Nordkopf der Kurt-Schumacher-Brücke angeschlossen wird. Als zentrale Umleitung stünde dann wiederum der Neubau der Südtrasse bereit.
Um diese Pläne umzusetzen, bedarf es allerdings einer Grundsatzentscheidung des Stadtrats, die am 21. September fallen soll. Dabei geht es um die Zukunft des 70 Meter hohen Rathauses – ebenfalls ein Sanierungsfall. Direkt an ihm vorbei verläuft die Hochstraße Nord. Sollten sich die Fraktionen für einen etwa 300 Millionen Euro teuren Abriss inklusive eines leicht versetzten Neubaus entscheiden, und dafür gebe es eine klare Tendenz, berichtet Steinruck, dann würde das den nötigen Spielraum für die Verschwenkung der Stadtstraße schaffen. Zum Rathauskomplex gehört das Einkaufszentrum Rathaus-Center, das die Stadt gekauft hat, um das Quartier „City West“ entlang der Stadtstraße entwickeln zu können. Das Center schließt Ende 2021. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Landesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) habe sie über die neuen Pläne informiert, sagte Steinruck.
Nord- und Südtrasse verbinden die Vorderpfalz über zwei Rheinbrücken mit Nordbaden und sind zentrale Verkehrsachsen in der Region. Normalerweise passieren sie täglich mehr als 100.000 Fahrzeuge.
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