Ludwigshafen Hochdorfer Heldentaten
«Hochdorf-Assenheim.» Nein, ein Aufstiegsheld wollte er nicht sein. Zumindest nicht der einzige. „Das war von Anfang an eine geschlossene Mannschaftsleistung“, betonte Thomas Bolling, der den TV Hochdorf im Hinspiel in Kirchzell mit sensationellen Paraden zum 20:13-Auswärtssieg geführt hatte. Er verbrachte am Samstag 38 Minuten auf der Bank. „Das hatten wir kurzfristig vor dem Spiel so entschieden. Ich war ein wenig angeschlagen“, erklärte der 34-Jährige. Ex-Bundesliga-Torhüter Roko Peribonio, der an seiner Stelle zwischen den Pfosten stand, war bis dahin auf sechs Paraden gekommen, hatte es aber auch schwer. „Wir haben bis zur Mitte der zweiten Hälfte nicht gut gedeckt“, bilanzierte TVH-Trainer Steffen Christmann, aus dessen Gesicht die Anspannung erst allmählich wich. Zwei wichtige Paraden hatte aber auch Peribonio: Innerhalb von 30 Sekunden kamen Lukas Haufglöckner und Nico Polixenidis (26./27.) per Gegenstoß auf ihn zu, und der Hochdorfer blieb beide Male Sieger. Statt mit vier Toren hätten die Gastgeber zur Pause also auch mit sechs Toren hinten liegen können. Damit wäre die Sieben-Tore-Führung aus dem Hinspiel fast aufgebraucht gewesen. So blieb es bei vier Treffern, weil Arne Ruf kurz vor der Pause verkürzte. „Wir haben in der ersten Hälfte unerklärliche Fehler gemacht“, haderte Christmann und meinte damit die Offensive mit leichten Ballverlusten, genauso, wie die Defensive, die den Gästen zu oft den Abschluss ermöglichte: „Man hat gesehen, was der Kopf bei so einem Spiel ausmacht.“ Hier hatte sich offensichtlich nicht nur der scheinbar komfortable Vorsprung festgesetzt, sondern auch der Fakt, dass mit Maximilian Gläser und Tim Haufglöckner zwei wichtige Stützen der Gäste fehlten, schon für die wahrscheinliche zweite Qualifikationsrunde geschont wurden. „Irgendwann kam der Gedanke, dass wir heute alles hätten verlieren können“, beschrieb Christmann die Gefühlslage seiner Mannschaft. Aber dann kam nicht nur Bolling, der sich mit einer Doppelparade gegen Michael Meyer-Ricks und Brian Heinrich (43.) einführte, sondern auch gerade noch rechtzeitig die richtige Einstellung zurück. Noch zwei weitere Bälle konnte Bolling parieren: wieder gegen Meyer-Ricks (57.) und einen weiteren gegen Lukas Haufglöckner. (58.). Es war die Vorentscheidung. Steffen Bühler, ein weiterer „Aufstiegsheld“, wurde nun zum emotionalen Anführer. „Was Steffen geleistet hat war unglaublich. Er wird im nächsten Jahr unglaublich schwer zu ersetzen sein“, bedauerte Christmann schon heute den angekündigten Rückzug seines Namensvetters. Dieser hatte eine einfache Erklärung für die Wende zum doch noch guten Ende, nach dem es beim 16:22 gar nicht mehr danach ausgesehen hatte: „Ich wollte mein letztes Spiel auf keinen Fall verlieren“, betonte Bühler. Thomas Bolling präzisierte: „Damit sind wir zu Hause in dieser Saison ohne Niederlage geblieben.“