Ludwigshafen Hemshof: Grüne gegen verpflichtende Sprachkurse

Die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit hat in manchen deutschen Städten zu einer deutlich veränderten Bevölkerungsstruktur geführt. Au
Die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit hat in manchen deutschen Städten zu einer deutlich veränderten Bevölkerungsstruktur geführt. Auch in Ludwigshafen – und ganz besonders im Hemshof.

Zur Debatte über die Bildungsintegration von Kindern zugewanderter Familien aus Bulgarien und Rumänien insbesondere im Stadtteil Hemshof hat die Fraktion Grüne im Rat am Mittwoch Stellung genommen. Stadtrat Ibrahim Yetkin plädiert dafür, die Integration durch Teilhabe zu erleichtern. Der integrations- und jugendpolitische Sprecher der grünen Stadtratsfraktion sagt: „Menschen aus Bulgarien und Rumänien leben schon lange im Hemshof und in Ludwigshafen insgesamt, darunter auch Angehörige von Minderheiten aus diesen Ländern. Was bisher nicht gelungen ist, ist der Aufbau von Anlaufstellen.“ Es gebe keine Selbsthilfeorganisationen, keine Vereine, keine herkunftssprachliche Beratung. „Wir sollten davon ausgehen, dass auch Eltern aus Bulgarien und Rumänien das Beste für ihre Kinder wollen“, meint Yetkin. Deshalb sollten neu zugewanderten Familien Zugänge und Teilhabechancen eröffnet werden.

Reden statt regeln

Der Forderung nach neuen Vorschriften erteilt der Grüne eine Absage: „Ideen von verpflichtenden Deutschkursen für erwachsene EU-Bürger halten wir für Scheinlösungen: finanziell und personell kaum umsetzbar und rechtlich fragwürdig.“ Es werde viel über vermeintlich integrationsfeindliche Gruppen geredet. Stimmen aus diesen Gruppen würden jedoch nicht gehört. „Auch wenn es zu Beginn nicht einfach ist: Vor folgenreichen Beschlüssen sollten wir erst einmal in den Dialog gehen und mit den Betroffenen intensiv reden“, fordert der Stadtrat.

Infolge der seit 2014 geltenden vollständigen EU-Freizügigkeit für bulgarische und rumänische Staatsbürger hat sich, wie berichtet, die Bevölkerungszusammensetzung im Hemshof deutlich verändert: Machten Bulgarinnen und Bulgaren Ende 2012 noch 5,8 Prozent der dort lebenden Ausländer aus, so stieg dieser Anteil laut Stadtverwaltung innerhalb von zehn Jahren auf 17 Prozent. Bei rumänischen Staatsbürgern ist in derselben Zeitspanne nach Angaben der Verwaltung ein Anstieg von 2,2 Prozent auf 6,6 Prozent zu verzeichnen.

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