Ludwigshafen
Hemshof: Bistro Abaco wiedereröffnet
„Der Standort hat mich angesprochen“, erzählt der 30-jährige aus Dannstadt, der im Frühjahr auf das Lokal aufmerksam wurde, als die Vorbesitzerin per Annonce nach einem Nachfolger suchte. Lage und Ruf des Abaco hätten ihn schließlich überzeugt, sagt der Koch, der in der Sternegastronomie ausgebildet wurde, von der Jugendherberge bis zu Konferenzzentren alles bekocht hat und mittlerweile bei der BASF Küchenleiter einer Kantine ist und dort gerade seine Fortbildung zum Küchenmeister macht. „Das Abaco ist für mich der erste Schritt in die Selbstständigkeit, aber vorerst nur mein zweites Standbein“, erklärt er.
Aktuell sei beides noch sehr gut zu verbinden. „Als Kantinenkoch habe ich um 14 Uhr Feierabend. Danach komme ich ins Abaco und sehe nach dem Rechten.“ In die Küche gehe er dabei aber nur als Notlösung. „Ich übernehme jede Position, an der ich gebraucht werde.“ Bar, Service oder eben auch Küche. Bei drei Festangestellten und vier Aushilfskräften entstehen immer mal wieder personelle Lücken, die der Chef selbst füllt. „Das ist besonders für meine Köche schwer“, sagt er und lacht. Die neue Grundausrichtung bezeichnet Herrmann als „deutsch-pfälzisch“ und hat bewusst einen langsamen Neustart gewählt.
„Die Speisekarte besteht aktuell nur aus zwei Seiten vor allem mit Gerichten aus diesem Bereich.“ An den Wochenenden kann er sich eine Ausweitung auf französisch-mediterrane Küche vorstellen und außerdem bestehe die Wochenkarte aus sieben zusätzlichen Gerichten. „Einen Mittagstisch haben wir noch nicht, aber es ist unser Ehrgeiz, auch die Gerichte der Wochenkarte so schnell wie die bisherigen ,Quick-Lunch-Angebote’ auf den Tisch zu bringen.“
Überhaupt hat Herrmann mit dem Abaco noch große Pläne. Ein Loungebetrieb an den Wochenenden kann er sich genauso vorstellen, wie Ausstellungen, Konzerte und andere Sonderveranstaltungen. Außerdem soll der Mittagstisch in absehbarer Zeit zurückkehren. Für den langsamen Aufbau biete die Corona-Zeit genau die richtigen Bedingungen. „Im Vergleich zur etablierten Gastronomie, die von 100 Prozent auf 30 Prozent zurückfahren musste, können wir langsam aufbauen.“ Dabei soll eine lockere Atmosphäre helfen. „Die Gäste sollen sich hier entspannt wohlfühlen“, ist seine Maxime im neuen, alten Abaco. Und die ersten Rückmeldungen seien überaus positiv, freut er sich.