Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Hausbesitzer profitieren von Sanierungsgebiet in Rheingönheim

Sanierungsarbeiten: Hausbesitzer werden im Sanierungsgebiet gefördert.
Sanierungsarbeiten: Hausbesitzer werden im Sanierungsgebiet gefördert.

Mitarbeiter eines Planungsbüros machen bereits eine Bestandsaufnahme und fotografieren Häuser und Straßen. Danach sollen die Anwohner infomriert werden. Nur ein Punkt macht den Ortsvorsteher unzufrieden.

Ein städtebauliches Sanierungsgebiet in Rheingönheim kommt allmählich voran. Ein Planungsbüro wurde jetzt für die Begleitung des Projekts gefunden, nachdem es eine Förderzusage des Landes im Rahmen des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ gab. Dies teilte der Bereich Stadterneuerung dem Ortsbeirat nun mit. Am 17. Juni muss der Stadtrat noch grünes Licht geben.

Für private Hausbesitzer eröffnet das Programm Fördermöglichkeiten und Hilfen bei der Sanierung ihrer Immobilien. „Für Maßnahmen am Haus gibt es im Sanierungsgebiet starke Steuervorteile“, nannte Adrian Böttinger, Teamleiter der Stadterneuerung, einen Anreiz, der die Bürger zur Teilnahme bewegen soll. Auch Maßnahmen zur energetischen Sanierung seien förderfähig, wenn zuvor ein Vertrag darüber mit der Stadterneuerung geschlossen worden sei.

Schon jetzt laufen die Vorbereitungen: Bürger sollten sich nicht beunruhigen, wenn auf der Straße Leute unterwegs seien, die ihr Haus fotografierten, meinte Ursula Trost, für Rheingönheim zuständige Mitarbeiterin des städtischen Bereichs Stadterneuerung, die zur Sondersitzung des Ortsbeirats nach Rheingönheim gekommen war.

Mit der bereits begonnenen Fotodokumentation würden alle Gebäude im Untersuchungsgebiet aufgenommen, um nach dem äußeren Augenschein eine Einschätzung des Modernisierungsbedarfs vorzunehmen, erläuterte Trost. Dabei gehe es als Erstes um die Analyse von städtebaulichen Mängeln im Untersuchungsgebiet. Dazu zählten sanierungsbedürftige Bausubstanz, zu enge Bebauung und schlechte Wohnqualität. Aber auch Beeinträchtigungen der Funktion der Hauptstraße als Geschäftsstraße und Aufenthaltsort werden genau betrachtet.

Wie vom Ortsbeirat gewünscht, sei die Gebietserweiterung von 45 auf 53 Hektar Fläche vorgenommen worden. Damit soll auch ältere Bebauung im Anschluss an den alten Ortskern zum Untersuchungsgebiet gehören. Der nächste Schritt sei ein sogenanntes Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK).

Es sei nicht einfach gewesen, ein geeignetes Büro zu finden. Doch dies sei nun gelungen, freute sich Trost. Direkt danach im Juli werde das Büro mit der Arbeit beginnen. Namentlich dürfe das Büro aber erst nach den Beschlüssen im Bau- und Grundstücksausschuss und dem Stadtrat genannt werden. Mit Infoständen und Bürgergesprächen, Fragebögen und Infoabenden sowie einer Online-Beteiligung sollen demnach die Anwohner beteiligt werden. Alle Vorhaben im Sanierungsgebiet – Bauanträge und Immobiliengeschäfte – müssten von der Stadterneuerung genehmigt werden, so Adrian Böttinger. Besitzer oder Nutzer von Grundstücken seien zur Auskunft über die Sanierungsbedürftigkeit verpflichtet. Die Angaben unterlägen aber dem Datenschutz, bisher habe das immer gut geklappt.

Der Rheingönheimer Ortsbeirat stimmte dem Vorhaben einstimmig zu. Unzufrieden zeigte sich Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) darüber, dass die Sanierung des Gemeindehauses deshalb auf 2027 nach hinten gerückt sei. „Zumindest Dach und Keller sollten bald gemacht werden“, sagte Wißmann.

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