Ludwigshafen
Hauptversammlung: Was die Aktionäre der BASF wissen wollten
1688 bestätigte Corona-Infektionen hat es bislang bei der BASF in Deutschland gegeben, davon 1189 am Standort Ludwigshafen. Das antwortete Arbeitsdirektor und Standortleiter Michael Heinz auf eine der Fragen, die Aktionäre zur BASF-Hauptversammlung gestellt hatten. Die Veranstaltung fand coronabedingt bereits zum zweiten Mal virtuell übers Internet statt, was bedeutet, dass die Fragen erneut vorab eingereicht werden mussten. Davon sei sogar bis 23.45 Uhr, also kurz vor knapp, am letzten Abgabetag Gebrauch gemacht worden, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Bock verriet.
Corona war dabei nur eines von vielen Themen. Aber natürlich ein Wichtiges, auch wenn der BASF-Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller in seiner Rede betonte, dass das „Unternehmen glimpflich durch die Pandemie gekommen“ sei. So liege auch die Inzidenz am Standort Ludwigshafen „signifikant unter dem der umliegenden Städte“, sagte Arbeitsdirektor Heinz später. Weltweit seien 19 BASF-Mitarbeiter an oder mit Covid-19 verstorben.
Weiterhin viel Homeoffice
Beim Chemiekonzern seien weiterhin alle Inlandsmitarbeiter, deren Tätigkeit es erlaube, im Homeoffice. Das sei etwa die Hälfte der Beschäftigten, sagte Michael Heinz. Seit dem 14. April gibt es das BASF-eigene Impfzentrum am Standort Ludwigshafen, das laut Brudermüller erste betriebliche bundesweit. „Unsere Organisation funktioniert gut. Hoffentlich können wir bald unsere gesamte Belegschaft impfen“, ergänzte der Konzernchef und sprach von mehr als 1000 Impfungen am Tag. Stichwort Impfen: Warum die BASF nicht an der Impfstoffentwicklung mitgewirkt habe, wollte ein Aktionär wissen. Man habe bereits seit vielen Jahren kein Pharmageschäft mehr, sagte Brudermüller, unterstütze aber, in dem man wichtige Hilfsstoffe liefere.
BASF: Frauenquote auch ohne Gesetz erfüllt
Insgesamt gab es 217 „Frageneinreichungen“ von 47 Aktionären. Teils hätten diese Einreichungen aber aus mehr als zehn Einzelfragen bestanden, wie es von der BASF heißt. Dennoch steht fest, dass sich deutlich weniger Anteilseigner an ihr Unternehmen wendeten als noch im Vorjahr: 2020 waren es noch 101 Aktionäre.
Weitere Themen, die die Anleger bewegten, waren etwa die Besetzung des Aufsichtsrats und der Frauenanteil in BASF-Gremien. Während es für Aufsichtsräte bereits seit 2016 eine Frauenquote von 30 Prozent gibt, existiert eine solche für Vorstände bislang nicht. „Wir haben das gemacht ohne gesetzliche Vorgabe“, sagte Kurt Bock. Mit Ende des Jahres liege der Anteil von Frauen im BASF-Vorstand bei 33 Prozent. Auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter wurde erfragt. Die ist laut Michael Heinz seit 2015 kontinuierlich gestiegen und wird im sogenannten Engagement-Index erfasst. In diesem geht es darum, ob die Mitarbeiter das Gefühl haben, sich entfalten und ihre bestmögliche Leistung erbringen können. 2019 lag der Wert bei 79 Prozent, 2020 bei 82 Prozent.
Zuletzt blieb die Hoffnung für 2022 „auf ein Wiedersehen im Rosengarten“, wie Martin Brudermüller in Hinblick auf den sonst üblichen Veranstaltungsort in Mannheim und die Pandemie sagte.