Ludwigshafen Hauptsponsor dreht Geldhahn zu
«FUSSGÖNHEIM.» Ohne Klaus F. Meyer würde beim ASV schon lange kein Verbandsligafußball mehr gespielt. Nach seinen Angaben förderte er die Jugendabteilung seit 1998, und auch die erste Mannschaft profitierte seit vielen Jahren von seiner Unterstützung. „Ich habe den Verein zweimal gerettet und über Wasser gehalten. Erst im vergangenen Jahr habe ich den Etat ausgeglichen“, sagt Meyer, der beträchtliche Summen investiert haben soll. Das wird im Verein auch anerkannt. „Der ASV hat Herrn Meyer viel zu verdanken. Er war sehr großzügig und wird immer einen besonderen Stellenwert haben“, verdeutlicht Vorsitzender Jürgen Hummel. Doch irgendwann bekam die Verbindung Risse und es ist eine Kluft entstanden. Möglicherweise war die Geschichte um die „Rebellen“ aus der zweiten Mannschaft der Auslöser. Die hatten die Ablösung von Trainer Jascha Prinz gefordert und hörten auf, als der Vorstand dem Ansinnen nicht nachkam. „Wir haben eine Aussprache angesetzt, zu der diese Spieler nicht erschienen sind. Für uns gab es keinen Grund, einen aus Fußgönheim stammenden Trainer zu entlassen, der für den ASV gespielt hat und das Lokalkolorit stärken soll“, erklärt Hummel. Sein 2017 gewählter Stellvertreter Tarik Sarigene, der auch als Sportlicher Leiter fungierte, und Meyer wollten diese Akteure im Verein halten. „Ich wollte vermitteln. Mein Wunsch war, mit diesen Spielern eine dritte Mannschaft zu bilden“, sagt Meyer. Dieses Vorhaben unterstützte Sarigene, doch beim Rest des Vorstands stieß es auf Widerspruch. In der Folgezeit verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Sarigene, der einen engen Kontakt zu Meyer pflegte, und seinen Vorstandskollegen. „Da hat sich ein Team gefunden, in das ich mit meiner Art und Philosophie nicht reingepasst habe. Ich war ein Einzelkämpfer, gegen den Politik gemacht wurde“, kritisiert Sarigene. Hummel, der sich als Teamarbeiter sieht, beschreibt seinen Stil so: „Wir leben von ehrenamtlicher Arbeit. Ich kann meine Vorstandskollegen nur bitten, etwas zu tun, nicht bestimmen.“ Man habe gemerkt, dass es mit Sarigene nicht funktioniere, es habe zwischenmenschlich nicht gepasst. Für den Januar wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen angesetzt. Sarigene war in Urlaub, und in seiner Abwesenheit wurde Jürgen Keil zum neuen Stellvertreter Hummels gewählt. Die Position des Sportlichen Leiters übernahm Hummel kommissarisch. Angeblich habe Klaus F. Meyer die Versammlung nach der Ausbootung Sarigenes wütend verlassen. Der Unternehmer nennt aber andere Gründe für seinen Rückzug: „Es hängt alles an mir. Die Verantwortlichen haben es nicht geschafft, andere Sponsoren zu finden. Ich habe kein Vertrauen mehr und bin mit Teilen des Vorstands nicht einverstanden.“ Meyer selbst hatte Geschäftspartner in China und Hessen dazu veranlasst, den ASV zu unterstützen. „Es ist in der heutigen Zeit extrem schwierig, neue Sponsoren zu akquirieren. Wir haben das nicht wie gewünscht hinbekommen, werden uns aber weiter bemühen“, sagt Hummel. Das vom Vereinschef angebotene Amt, hatte der Sponsor abgelehnt. „Ich wollte nicht mitreden, aber informiert und mehr einbezogen werde. Doch ich wurde nicht wahrgenommen“, moniert Meyer. Am Ende habe er sich in seiner Rolle unwohl gefühlt, und die Verantwortung sei ihm zu groß geworden. Ohne Meyers Unterstützung wird der ASV künftig merklich kleinere Brötchen backen müssen. Trotzdem hat Hummel erste Erfolge zu verzeichnen: „Wir haben mit allen Spielern gesprochen, ob sie finanzielle Kürzungen akzeptieren. Die meisten haben Zugeständnisse gemacht.“ Der Großteil der Akteure habe sogar bereits für die neue Runde zugesagt. „Das Konzept, das wir vor drei Jahren angestoßen haben, nämlich auf junge Spieler, teilweise aus dem eigenen Nachwuchs, zu setzen, werden wir forcieren“, verdeutlicht Hummel. Der Spaß am Fußball solle im Vordergrund stehen. Dem Vorsitzenden imponiert das Modell des FSV Schifferstadt, der auf Zusammenhalt, Teamgeist und enge Bindung zum Klub setze. „Das ist ein Weg, den auch ein Dorfverein wie wir gehen muss“, betont Hummel. Eine Alternative dazu gibt es wohl auch nicht mehr.