Ludwigshafen Handgewickelt und detailreich

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Mutterstadt. Eine etwas andere Krippe zeigt die protestantische Kirche Mutterstadt derzeit. 50 Zentimeter große Egli-Figuren erzählen die Geschichte der Heiligen Nacht. 2007 haben Frauen Hirten, Könige und die Heilige Familie selbst hergestellt. Zu sehen sind sie während der Gottesdienste und an speziellen Öffnungstagen.

Schützend hält Josef die Arme um seine Maria und das kleine Jesuskind. Er zählt zu Isolde Seehars Lieblingsfiguren in der Egli-Krippe. „Weil er das angenommen hat, was man ihm zugemutet hat“, sagt sie. Und weil die Figur genau das alles, was Josef ausmache, so schön ausdrücke. Dabei ist dieser Josef gar nicht ihre Figur. Isolde Seehars hat den alten Hirten mit dem grauen, lockigen Haar und dem weißen Cape gebaut, der in der linken Ecke steht und irgendwie ganz sanft und weise dreinblickt. Dabei hat der Gute weder Mund noch Augen oder Nase. „Das macht die Figuren aus“, sagt die Mutterstadterin. Allein durch die Haltung sollen Gefühle ausgedrückt werden. Die ganze linke Ecke umfasst die Krippe neben dem Altar in der protestantischen Kirche Mutterstadt. Das Gestell wurde vom Gatten einer Helferin gebaut, erzählt Seehars, die an den Nachmittagen den Kirchen-Besuchern gern mehr über die spezielle Krippe erzählt. „Wir bauen die Krippe immer vor Heiligabend auf. Das dauert dann schon so ein bis zwei Stunden, bis alles steht.“ Um die Szenerie mit der Heiligen Familie, Hirten, Tieren und den drei Königen perfekt zu machen, dekorieren die Helferinnen auch immer fleißig. Aus alten Yucca-Palmen-Stämmen sind mit Plastikblättern neue Palmen entstanden. Hier liegen Scherben eines Tonkrugs, dort Holzschnitzel, Stroh und Sukkulenten. Im Stall zu Bethlehem war es eben nicht so ordentlich wie in den heutigen Wohnzimmern. Chaotisch wirkt die Szenerie trotzdem nicht. Eher durchdacht. An jeder Ecke und Figur gibt es etwas zu entdecken. Da sind die gebundenen Sandalen an den Füßen der Puppen, die handgewickelten Turbane, wollige Schafe, ein kleines Weihrauchfass oder der große, goldene Ohrring, den einer der Könige trägt. Alles eigens gestaltet auf Basis eines Drahtgestells mit Bleifüßen, Händen und einem Kopf, der selbst zugeschnitzt werden muss. „Die Kleidung haben drei Frauen selbst genäht.“ Ergänzt wird die Szenerie mit Tierfiguren wie Ochs und Esel mit Echthaar. Vor zehn Jahren haben elf Frauen des damaligen Bastelkreises 2 und Mitarbeiterinnen der Kunterbunten Kinderkirche die besonderen Krippenfiguren in einem Kurs hergestellt. „Wir haben zuerst 30 Zentimeter große gemacht“, erinnert sich Seehars. Die seien aber doch etwas klein gewesen und so wurden in einer zweiten Runde 20 Zentimeter größere Figuren gebastelt. Damit die erste Arbeit nicht umsonst war, wurden die kleineren Puppen an den Kindergarten gespendet. Peu à peu kommen an diesem Nachmittag Besucher ins Gotteshaus, um sich bei leiser Musik die hübsche Krippe anzuschauen. Dass die heiligen Drei Könige bereits an Heiligabend den Weg zur Krippe gefunden haben, stört niemanden. „Wir machen das bewusst“, sagt Seehars, „damit die Leute schon an Heiligabend alle Figuren sehen können.“ Termin Die Egli-Krippe kann noch am Freitag, 6. Januar, von 15 bis 17 Uhr in der protestantischen Kirche Mutterstadt, Untere Kirchstraße 2, besucht werden.

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