Ludwigshafen
Handball: Womit Jack Muth von den VTV Mundenheim seine Mitmenschen begeistert
Wer sich gelegentlich auf die Homepage der VTV Mundenheim verirrt oder auch den Facebook-Auftritt der Mundenheimer Handballer verfolgt, bleibt oft und gerne hängen. Und dies an ungewohnter Stelle, denn die zweiten und dritten Herren des Vereins tummeln sich in Verbandsliga und B-Klasse, also in ansonsten nicht oft beachteten Spielklassen. Trotzdem haben sich gerade diese Spielberichte längst zu Geheimtipps für Freunde unterhaltsamer Lektüre entwickelt. Student Jack Muth macht seit dieser Saison aus eher unspektakulären 50:11-Siegen oder spannenden 34:33-Erfolgen literarische Kleinode, die für mehr als einen Lacher sorgen – was sich längst auch beim jeweiligen Gegner herumgesprochen hat.
Mal kommt es vor, dass „nach einem Schlag ins Gesicht der mit der schöneren Frisur zu Boden geht“, mal werden auf dem Feld in entscheidenden Situationen im Mittelkreis „G3-Gipfel abgehalten“, mal wird in aller Ausführlichkeit beschrieben, wie ein „wirklich sehr, sehr, sehr langsam rollender Ball“ durch den Torkreis kullert, was, nach Aussage des Chronisten „wie das langsamste Curlingspiel der Sportgeschichte“ anmutete. „So etwas kommt spontan“, erklärt der Student, der den Großteil seiner Berichte auf dem Weg zur Hochschule in der Straßenbahn auf dem Smartphone schreibt.
Die meisten nehmen die Berichte mit Humor
Muth musste ein wenig zu seinem Glück gezwungen werden. „Es ist eine Vorgabe, dass jede Mannschaft jemanden abstellen soll, einen Spielbericht für die Homepage und Facebook zu schreiben.“ Als Spieler der Zweiten Mannschaft hatte er deshalb diese Aufgabe übernommen. Aber dann war auch die „Dritte“ an ihn herangetreten. „Und deshalb mache ich das halt jetzt auch.“ Eine eher leichte Übung. „Die Texte über die Dritte Mannschaft schreiben sich von ganz allein, weil da immer so viel Skurriles drumherum passiert, was berichtenswert ist.“ In der „Zweiten“ sei das häufig schwieriger. „Aber eigentlich findet sich immer ein Thema.“
Themen, die ganz offensichtlich gut ankommen. „Die Berichte sind im Training immer wieder Thema“, verrät er. Negative Kommentare habe er dafür noch nie einstecken müssen. Auch nicht von gegnerischen Spielern, die auf Facebook hin und wieder die Kommentarfunktion für direktes Feedback nutzen. „Die meisten nehmen es mit Humor, und so ist es ja auch gedacht.“
Deshalb wird der ehemalige Fußballer der DJK Blau-Weiß Oppau, der ab 2007 zum Handballer umgeschult wurde, wohl auch weiterhin unterhaltsame Spielberichte für seinen Verein schreiben. So wird Jack Muth, dessen Onkel Marcus sein Trainer und Cousin Yannick sein Teamkollege waren, weiter bei Gegnern, Mitspielern und in der gesamten Handballabteilung für Lacher sorgen. Ein besonderes Talent sei dafür, zumindest während der Schulzeit, nicht wirklich erkennbar gewesen. „In Aufsätzen bin ich immer zwischen einer Zwei und einer Vier gependelt.“ Für seine Spielberichte hat sich der 21-Jährige aber eine glatte Eins verdient.