Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Wie sich die Spielgemeinschaft Mutterstadt/Ruchheim von einem Abstiegs- zu einem Aufstiegskandidaten wandelte

Der Oggersheimer Alexander Schreiber trifft in dieser Szene. Der Mutterstadter Christian Spiess (links) versucht ihn daran zu hi
Der Oggersheimer Alexander Schreiber trifft in dieser Szene. Der Mutterstadter Christian Spiess (links) versucht ihn daran zu hindern. Im Hintergund beobachtet Daniel Arentz die Situation. Er hat großen Anteil am Aufschwung der HSG. Foto: KUNZ

Die HSG Mutterstadt/Ruchheim ist derzeit das Überraschungsteam in der Handball-Pfalzliga der Männer. Nach zwei mageren Jahren und einer wahren Zitterpartie um den Ligaverbleib in der Pfalzliga steht die Mannschaft von Trainer Matthias Bitz jetzt ungeschlagen an der Tabellenspitze.

So ändern sich die Zeiten. Nach dem Abpfiff beim Gastspiel bei der TG Oggersheim war die Freude bei der HSG Mutterstadt-Ruchheim groß. Das Team von Trainer Matthias Bitz besiegte die TGO mit 29:20 (14:9) und bleibt damit im elften Spiel der Saison ohne Niederlage. Damit geht die vor zwei Jahren auf den Männerbereich ausgedehnte Spielgemeinschaft zwischen der TSG Mutterstadt und dem TV Ruchheim mit 21:1 Punkten und fünf Zählern Vorsprung als Herbstmeister in die Winterpause. Nur gegen die HSG Landau-Land gab die HSG beim 31:31 einen Punkt ab.

Aufwärtstrend eng mit einer Personalie verbunden

Die derzeitige Tabellenführung überrascht ein wenig. Denn vor zwei Jahren, damals unter Trainer Horst Senk, zitterte die HSG bis zum letzten Spieltag um den Ligaverbleib. Vorige Saison dümpelte die Mannschaft im unteren Tabellendrittel herum. Der Aufwärtstrend begann schließlich mit einer Personalie: Matthias Bitz. Der neue HSG-Trainer ist unvoreingenommen. Er kannte noch nicht einmal die Liga. Denn Bitz wohnt in St. Leon-Rot und war zuvor als Trainer beim TV Schriesheim tätig. Er kam auf Empfehlung in die Pfalz. Mit dem 38-Jährigen zog ein frischer Wind bei der HSG ein. Bitz hat in den letzten eineinhalb Jahren das Spielsystem seiner Sieben deutlich verändert. Er setzt auf einen schnellen Handball nach vorne, das seinen Ursprung in einer flexiblen Abwehrstruktur findet. „Wir decken prinzipiell Sechs-Null, aber ich möchte gerade flexibel agieren, um auch frühe Ballgewinne zu sichern“, sagt Bitz.

Dass seine Mannschaft in dieser Saison noch ungeschlagen ist, nimmt er zur Kenntnis und will „auf dem Boden der Tatsachen“ bleiben. Der Prozess dauert bereits 18 Monate. „Jetzt greift alles ineinander und daran arbeiten wir weiter.“ Spieler wie Fabian Bappert, Markus Maslowski, Luca Schweiger und Christian Spieß haben zudem „einen Riesenschritt“ nach vorne gemacht. „Das freut mich enorm, denn mein Ziel ist es, meine Akteure von Spiel zu Spiel besser zu machen“, erklärt der Coach.

Aufschwung trägt weiteren Namen

Der Aufschwung trägt aber einen weiteren Namen. Die HSG profitiert stark von der Rückkehr von Daniel Arentz vom Oberligisten VTV Mundenheim. Dabei legt Bitz großen Wert auf das Kollektiv. „Wenn wir berücksichtigen, dass wir derzeit mit Matthias Senck, Markus Maslowski, Timo Senk und Norbert Mielenz gleich vier Leistungsträger ersetzen müssen, dann sind wir insgesamt sehr gut aufgestellt“, sagt er.

Trotz des aktuellen Hochs denkt man bei der HSG keinesfalls an einen Aufstieg in die Oberliga. „Darüber verschwenden wir keine Gedanken, denn es ist zuvor noch eine Qualifikation zu spielen“, sagt Torhüter Alex Sosin. „Es ist eine schöne Momentaufnahme. Die Saison wird noch schwer genug, denn jede Mannschaft, gegen die wir noch antreten werden, will uns schlagen“, sagt Bitz, der bis zum 30. Juni 2020 an die HSG gebunden ist. Wie es nach der Saison weitergehen wird, ließ er offen.

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