Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Wie Romina Heßler ihre neue Rolle bei der TSG Friesenheim annimmt

Romina Heßler quält sich seit Wochen mit einem Muskelfaseriss. Trotz der Verletzung stellt sich die 27-Jährige in den Dienst der
Romina Heßler quält sich seit Wochen mit einem Muskelfaseriss. Trotz der Verletzung stellt sich die 27-Jährige in den Dienst der Mannschaft. Foto: KUNZ

Unter ähnlichen Ausgangslagen zeigten die Handballerinnen der TSG Friesenheim am Wochenende zwei unterschiedliche Gesichter. Am Freitag unterlag die Mannschaft von Trainerin Vik Kühn mit 28:44 (17:24) beim Tabellenzweiten TSV Kandel. Am Sonntag verloren die Friesenheimerinnen gegen den Spitzenreiter der Oberliga, HSG Wittlich, mit 27:34.

Nur auf dem Feld hat sich die Rolle von Romina Heßler bei der TSG geändert. Jahrelang kämpfte die 27-Jährige am Kreis um den Ball und auch um Freiräume für ihre Mitspielerinnen. Mit der neuen Trainerin wanderte Heßler in den Rückraum. Gegen Wittlich spielte sie halblinks, erzielte dabei den Treffer zum 6:6. Immerhin kann sie von dieser Position ihre zweite Rolle noch ein bisschen besser erfüllen: „Ich bin eine von nur noch drei erfahreneren Spielerinnen. Da muss ich unsere Nachwuchsspielerinnen anführen“, beschreibt Heßler das Anforderungsprofil. Was sie am Sonntag gesehen hat, hat ihr gefallen. „Das war vielleicht unsere beste Saisonleistung“, war sie sich mit Trainerin Kühn einig. Bis knapp 20 Minuten vor dem Ende hielten die Friesenheimerinnen den personell deutlich überlegenen Klassenprimus bei einem 23:23 (42.). Erst nachdem die Kräfte der ersten Sechs nachließen und sich die technischen Fehler aufseiten der TSG häuften, konnte sich Wittlich absetzen.

Trainerin beklagt fehlende Einstellung

Es war die erhoffte Reaktion, denn am Freitag in Kandel hatten die Friesenheimerinnen noch deutlich unter ihren Möglichkeiten gespielt. Das mag zum einen am fehlenden Harz gelegen haben. Kühn vermisste am ungewohnten Spieltag aber vor allem die geistige Einstellung und die Bereitschaft, den Favoriten zu ärgern. Die war gegen Wittlich spürbar. „Wir hatten einen Plan und den haben wir bis zum 23:23 sehr gut umgesetzt. Dann musste ich ein wenig wechseln und da waren unsere jungen Spielerinnen noch ein wenig überfordert“, sagte Kühn. Auch sie freute sich über die Einschätzung des Gegners: „Mit ihrer schnellen und dynamischen Spielweise haben sie uns gefordert und uns alles abverlangt“, lobte HSG-Trainer Thomas Feilen. Es war gleich im doppelten Sinn eine Wiedergutmachung. Zum einen für den Freitag, zum anderen aber auch die Rehabilitation für die 22:45-Schlappe zum Saisonauftakt im Hinspiel. „Da haben wir uns komplett überrennen lassen“, sagte Heßler und meinte damit beide Spiele. Beste Werferinnen am Sonntag waren Angelina Schreyer (7/5) und Yvonne Rolland (5).

Trotz Muskelfaserriss spielt Heßler

Am Freitag hatte Heßler mit ihren fünf Treffern gemeinsam mit Jana Stolle und Celina Weschenfelder noch zu den besten Torschützen gezählt. Zufrieden war sie damit aber nicht. „Das war auf jeder Position eine schwache Leistung von uns.“ Sie selbst hat dafür zumindest eine kleine Entschuldigung, spielt seit Wochen dick bandagiert mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel. Entsprechend froh ist sie nun über die kurze Pause bis zum Pokalspiel am 5. Januar bei der SG Lambsheim/Frankenthal. „Ich habe jetzt lange auf die Zähne gebissen. Jetzt ist mal ein wenig Zeit für die Regeneration.“

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